Mehr Mut bei Berufswahl

Müssen Mädchen hauptsächlich Büro- oder Handelsberufe wählen? Kann nicht auch einmal ein junger Mann im Kindergarten arbeiten? Seit Jahren raten Berufsberater und Arbeitsmarktfachleute auf Alternativen zu schauen. Auch in diesem Jahr sollen "Girls' und Boys' Day" motivieren, die Berufswahl stärker auf Chancen des Arbeitsmarktes auszurichten.

(sbü) "Männersache? Das kannst du doch auch" steht als Aufforderung über dem Programm des "Girls' Day 2015". Mit dem Satz "Nur was für Mädchen? Von wegen, probier's aus" wird zum "Boys' Day" eingeladen. Am 23. April ist es soweit. Hunderte von Schülern, die vor der Berufswahl stehen, strömen wieder in Betriebe, Behörden und Pflegeeinrichtungen. Dort können sie stundenlang berufliche Praxis schnuppern. Erzählt wird zwar auch einiges, doch vor allem steht das aktive Ausprobieren von Tätigkeiten im Mittelpunkt. Dass dies den Schülern großen Spaß macht, haben die vergangenen Jahre bewiesen.

Auch dieses Jahr können sich Mädchen aus mehr als 40 Betrieben denjenigen aussuchen, den sie besuchen wollen. Das Spektrum ist so groß, dass es wohl kaum eine Ausbildungsrichtung gibt, die nicht vertreten ist. Für Schüler gibt es rund 30 Möglichkeiten um Berufe und Tätigkeiten kennenzulernen, die vielfach von Frauen ausgeübt werden, die aber dringenden "Männerbedarf" haben.

Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger präsentierte mit Margot Salfetter, Beauftragte für Chancengleichheit, das Programm der Berufsinformationstage. Margot Salfetter ist Hauptorganisatorin der "Zukunftstage". Mit dabei im Pressegespräch waren auch die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Weiden, Monika Langner, des Landkreises Neustadt/WN, Barbara Mädl, und des Landkreises Tirschenreuth, Gerlinde Englmann. Die Expertenrunde appelliert an Bewerber und Eltern, bei der Berufswahl auch über Alternativen zu den herkömmlichen "typischen Frauenberufen und typischen Männerberufen" nachzudenken.

Würdinger wird ganz konkret, wenn er darauf hinweist, dass oft die Büroberufe und die Berufe im Handel die schlechteren Arbeitsmarktchancen hätten und auch die Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten im Vergleich zu gewerblich-technischen Berufen "bescheiden" wären. In der Bevölkerung müsste es sich auch noch viel stärker herumsprechen, dass jemand mit Meisterbrief oder als technische Führungskraft sich in den "gehobenen Einkommensgruppen" bewegt. "4000 Euro und mehr sind keine Seltenheit."

Männer in die Kita

Die Gleichstellungsbeauftragten wollen insbesondere die Eltern ansprechen und sie davon überzeugen, dass zum Beispiel Handwerksberufe hervorragende Zukunftschancen haben. Margot Salfetter erinnert daran, wie wichtig es in Kindertagesstätten wäre, auch männliche Betreuer zu erleben. Ganz besonders viele Pflege- und Sozialeinrichtungen hätten sich diesmal im Landkreis Tirschenreuth am "Boy's Day" beteiligt, berichtet Gerlinde Englmann. Barbara Mädl freut sich besonders über das berufliche Schulzentrum Neustadt und dessen "tolle Workshops".

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Anmeldung im Internet:

http://www.girls-day.de und www.boys-day.de
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