Meisel verletzt: Schlecht auf 180

Der Mitterteicher Torjäger Stefan Meisel fällt für unbestimmte Zeit aus. Der 28-Jährige erlitt im Derby zwischen dem SV Etzenricht und SV Mitterteich einen Schien- und Wadenbeinbruch. SVE-Torwart Michael Heisig hatte Meisel grob gefoult. Archivbild: cy

Das dumpfe Krachen war über den gesamten Etzenrichter Fußballplatz zu hören: Stefan Meisel vom SV Mitterteich erlitt am Samstag einen Schien- und Wadenbeinbruch. Von Vorsatz spricht keiner. Aber SVM-Trainer Reinhold Schlecht wehrt sich gegen eine Verharmlosung des Fouls.

Nach dem Schlusspfiff des Derbys zwischen dem SV Etzenricht und SV Mitterteich hatte sich Schlecht nur defensiv geäußert. Aus gutem Grund. "Da waren jede Menge Emotionen im Spiel. In so einer Situation sollte man jedes Wort genau abwägen", erklärt Schlecht. Zwei Tage später ist es mit der Zurückhaltung vorbei. "Ich bin schon etwas auf 180", grollt Schlecht.

Der Grund seines Zorns: Im Spielbericht in unserer Montagausgabe glaubt Schlecht die Qualität des Foulspiels von SVE-Torwart Michael Heisig nicht hinlänglich beschrieben: "Ich unterstelle dem Torhüter keinen Vorsatz. Aber wenn man mit einem solchen Tempo und zwei gestreckten Beinen daherkommt, dann kann man das nicht einfach so abtun." Er habe das Foul als " sehr grenzwertig" empfunden: "Stefan hatte keine Möglichkeit auszuweichen. Das ging schon ein bisschen an fahrlässige Körperverletzung heran."

Heisig entschuldigt sich

Die Rote Karte gegen Heisig empfand Schlecht als "einzige richtige Konsequenz". Mit "Beschönigungen" sei niemandem gedient: "Sonst glaubt ein Spieler noch, dass er eigentlich nichts falsch gemacht hat." Nach der Partie, so berichtet Schlecht, sei der Etzenrichter Schlussmann zu ihm gekommen und habe sich entschuldigt: "Das war in Ordnung."

Ein "gewisses Verständnis" für die Aufregung im Mitterteicher Lager hat Manfred Herrmann. "Stefan Meisel ist ein absoluter Leistungsträger und eine Garantie für den SV Mitterteich", weiß der SVE-Abteilungsleiter. Gegen den, auch unterschwelligen, Eindruck, dass Heisig die schwere Verletzung seines Gegenspielers leichtfertig in Kauf genommen habe, wehrt sich aber Herrmann: "Die Verletzung ist bedauerlich und tut uns allen sehr leid. Aber so etwas kann im Fußball immer wieder passieren."

Laut Herrmann habe Heisig bei seiner Grätsche "zunächst klar den Ball und dann leider auch das Schienbein von Meisel getroffen." Dabei glaubt Herrmann beobachtet zu haben, dass Meisel aufgrund des Körperkontakts mit einem mitlaufenden Etzenrichter Spieler "noch unkontrollierter" in den Zusammenprall geraten sei. "Fakt ist, dass Heisig letzter Mann war. Deshalb ist auch die Rote Karte zu akzeptieren", sagt Herrmann.

Dem verletzten Angreifer, der in der laufenden Landesliga-Saison bereits 14 Mal in Schwarze getroffen hat, geht es den Umständen entsprechend gut. Der 28-Jährige wurde noch am Samstagabend operiert und liegt im Weidener Klinikum. "Wir werden ihn rege besuchen und dafür sorgen, dass es ihm nicht langweilig wird", kündigt Schlecht an.

Ausfall eine "Katatstrophe"

Der Ausfall des Top-Stürmers bereitet dem Trainer jedoch einiges Kopfzerbrechen. "Wir haben zwar schon 31 Punkte. Aber das ist für uns eine Katastrophe." Verstärkungen seien in der Winterpause kaum zu bekommen, "das müssen wir aus den eigene Reihen kompensieren." Ob der seit August an der Achillessehne verletzte Frantisek Nedbaly zurückkehrt und die Lücke ausfüllen kann, ist offen. Gerüchte, dass der 39-jährige Tscheche zum SV Poppenreuth (Spitzenreiter der Bezirksliga Oberfranken Ost) wechselt, kennt Schlecht: "Die sind aus meiner Sicht haltlos."
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