Menschenrechtler spricht über Textilindustrie in Bangladesch
Preisgekrönt zu Witt

Der Präsident der größten Textilgewerkschaft in Bangladesch, Amirul Haque Amin, sprach bei der Witt-Gruppe über die Situation der Arbeiter in der Textilindustrie des südostasiatischen Landes. Bild: hfz
Kaum hatte er den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg erhalten, war der Präsident der größten Textilgewerkschaft in Bangladesch, Amirul Haque Amin, bei der Witt-Gruppe zu Gast, um einen Vortrag über die Situation der Arbeiter in der Textilindustrie des südostasiatischen Landes zu halten.

Haque Amin, auch Mitbegründer der Nationalen Gewerkschaft der Textilarbeiter (NGWF), sprach auf Einladung der Witt-Gruppe über die täglichen Herausforderungen seiner Gewerkschaft in Bangladesch.

Kontakt seit 10 Jahren

Moderiert wurde die Veranstaltung von Maren Barthel, Nachhaltigkeits-Managerin der Otto Group, die seit über zehn Jahren mit Haque Amin in Kontakt steht. Bei der Verleihung des Menschenrechtspreises durch Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly war auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel dabei.

Das Hauptaugenmerk seines Vortrags legte der 54-jährige auf die schlechten Zustände in den Textilfabriken. Diskriminierung der überwiegend weiblichen Belegschaft in den Fabriken, Arbeitstage von teilweise 14 Stunden, bis zu sieben Tage die Woche, geringe Löhne, dazu kein Arbeitnehmerschutz: Amin benannte die Defizite in den Textilfabriken in seinem auf Englisch gehaltenen Vortrag deutlich. Zudem forderte er Unternehmen und Endverbraucher dazu auf, Produkte aus Fabriken auszuwählen, deren Arbeiter in einer Gewerkschaft organisiert seien.

Deutlich höhere Arbeitszeit

Weiter erklärte Haque Amin, dass eine große Diskrepanz zwischen der offiziellen und der tatsächlichen, deutlich höheren Arbeitszeit bestehe.

Die Geschäftsführerin Einkauf der Witt-Gruppe, Stefanie Zühlke-Schmidt, unterstrich im Anschluss an Haque Amins Vortrag die Wichtigkeit seiner Anliegen. Offen und souverän beantwortete Haque Amin die zahlreichen Nachfragen aus dem Publikum. Amirul Haque Amin setzt sich bereits seit 1984 für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken der exportorientierten Bekleidungsindustrie ein. Die NGWF hat ihren Hauptsitz in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs. In der NGWF sind Arbeiter aus derzeit 45 Fabriken organisiert.
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