Merkwürdige Bilanz 2014: Trotz Stellenrekords waren 0,4 Prozent mehr Weidener ohne Beschäftigung
Mehr Arbeitsplätze - und mehr Arbeitslose

Zwei Zahlen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: Im vergangenen Jahr (Stand Juni) arbeiteten in Weiden 26 614 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte - neuer Rekord! Gegen den Trend legte die Stadt aber auch bei den Arbeitslosenzahlen zu: um 0,4 Prozent auf 1620 Bürger, die im Jahresdurchschnitt ohne Beschäftigung waren.

Für Bernhard Lang ein Indiz, "dass von dem Plus an Stellen nicht die bestehenden Arbeitslosen profitiert haben". Bei dem Angebot sei offenbar in erster Linie die "stille Reserve" zum Zuge gekommen - beispielsweise Frauen, die nach der Elternzeit in den Beruf zurückkehren, sagt der stellvertretende Chef der Arbeitsagentur. Kein Zufall sei es natürlich, dass die Rekordzahl vom Juni datiert: Die Voraussetzungen dafür sind in den wärmeren Monaten natürlich wesentlich besser als in den kälteren. Möglich aber auch, dass Einpendler stärker vom Stellenangebot profitiert hätten als die Einheimischen. Erschwerend komme hinzu, dass die Arbeitslosigkeit in Weiden verkrustet ist: Der "Sockel" der Langzeitarbeitslosen ist in der Max-Reger-Stadt sehr hoch. Und er wächst auch noch, wie es in der Jahresbilanz heißt: "Zu beobachten war ein Anstieg bei der Anzahl der schwerbehinderten Arbeitslosen, Personen über 50 Jahre und bei Männern und Frauen, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos waren sowie bei ausländischen Menschen."

Rote Laterne im Dezember

Die Weidener Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 7,1 Prozent. Im Dezember lag Weiden mit 7,0 Prozent unter den kreisfreien Städten und Landkreisen in der Oberpfalz auf dem letzten, in Bayern auf dem vorletzten Platz (vor Nürnberg mit 7,2). Daran konnte auch das neue Jahreshoch bei den gemeldeten Arbeitsplätzen nichts ändern: insgesamt 2354 zählte die Agentur. Durchschnittlich waren 433 offene Arbeitsstellen in Weiden zur Besetzung ausgeschrieben.

Ein Lichtblick immerhin, dass sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im Jahresdurchschnitt leicht verringert hat: auf 169 Personen.
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