Messen gegen Miese

Keine Illusionen: "Es wird nie gelingen, Gewinne zu machen", warnt Max-Reger-Hallen-Geschäftsführer Johannes Häring vor überzogenen Erwartungen. OB Kurt Seggewiß und die Stadträte erwarten aber, dass er das Defizit deutlich senkt. 2014 betrug es knapp 1,5 Millionen Euro.

Die ersten Schritte sind getan, erklärte Häring im Wirtschaftsbeirat. "Wer die Musik bestellt, bezahlt", heißt das Motto. Es bedeutet, dass die im Frühjahr neugegründete "Congress und Event GmbH" nicht mehr für Miese geradesteht, die andere Ämter machen. Wenn also das Kulturamt eine "60s Revivalparty" organisiert oder die Kulturbühne eine Theaterinszenierung anbietet, stellt Härings GmbH dafür eine Rechnung.

Zudem sollen alle entstandenen Kosten auch berechnet werden. Zugedrückte Augen, Sonderrabatte - alles passé, unterstrich Seggewiß. "Wenn jemand zum Beispiel Leistungen des Bauhofs einkauft, ist das nicht zu knapp." Er weiß aber, dass der Zuschussbedarf der Halle in den nächsten beiden Jahren nach oben klettern wird.

Neue Website

Die Richtung stimmt jedoch, ist Jürgen Spickenreuther vom Wirtschaftsclub Nordoberpfalz überzeugt: "Ich denke, dass sich das in drei bis fünf Jahren positiv auswirken wird." Zumal Häring einige Ideen hat, Einnahmen zu steigern.

Eine davon ist, mehr Messen in die Stadt zu holen. "Das ist lukrativ. Es dauert nicht wie ein Ball bis 3 Uhr früh. Dann müssen Sie keine Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit zahlen." Unter anderem soll deshalb die neue Website der Halle intensiv um Kongressveranstalter werben. Daneben hat Häring an der Preisschraube gedreht. Die Technikerstunde kostet jetzt 30 statt 25 Euro, eine Aushilfskraft 18 statt 15 Euro. "Das ist nicht übertrieben." Der Hallenmanager ärgert sich umso mehr über "Märchen", die um die Tarife der Halle kursieren. So hatte der Konzertveranstalter, der im Frühjahr Nena ins Eisstadion bringen will, gegenüber dem NT behauptet, für den Preis der Reger-Halle gleich die Meistersingerhalle in Nürnberg zu bekommen. Häring: "Das ist Quatsch. Wir sind viel günstiger."

Ebenso wenig stimme das Gerücht, Vereine müssten das Doppelte zahlen, seit die Halle eine eigene GmbH sei. Richtig ist, dass Vereine mit Hauptsitz Weiden nach wie vor 50 Prozent der Kosten für Miete und Personal erstattet bekommen. Nur: Sie müssen diese Förderung selbst bei der Stadt beantragen. Die Hallen-GmbH stellt eine Rechnung über 100 Prozent. "Das ist rechtlich gar nicht anders möglich", unterstreicht Häring.

Technik veraltet

Er will die Stärken der Halle im Wettbewerb mit günstigeren Sälen wie Neustadt, Erbendorf oder dem Evangelischen Vereinshaus hervorheben. Etwa die hervorragende Akustik. Auf der anderen Seite lüge das Alter der 1991 eröffneten Halle nicht. Das betrifft die Gebäudetechnik. "Wenn Sie Ersatzteile wie ein Kühlmittel brauchen, stellen Sie fest, dass es das heute gar nicht mehr gibt." Also sind für die Abhilfe gleich hohe Investitionen nötig.

Ähnlich verhalte es sich mit der Gastronomie, antwortete Häring auf eine Frage von Dr. Sema Tasali-Stoll (SPD). "Da gäbe es schon Verbesserungsbedarf. Aber die Ausstattung ist alt. Wenn man da was machen will, wird das ordentlich Geld kosten."
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