Millionen nie mehr gefunden

(ca) Am 19. Prozesstag gegen Wolfgang S. wegen Millionenbetrug stand erneut der hauptgeschädigte Ex-Unternehmer Michael S. aus dem Landkreis Tirschenreuth im Zeugenstand. Er hatte auf Konten in aller Welt - Singapur, Dubai, Costa Rica - 8,5 Millionen Euro überwiesen. Der Betriebswirt berichtete der 1. Großen Strafkammer am Mittwoch von vergeblichen Versuchen, das Geld nach der Festnahme von Wolfgang S. zurückzuholen. Man schaltete eine Wirtschaftsdetektei sowie die KPMG- Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein. Vergeblich. Die Konten waren alle aufgelöst; zwei standen kurz vor der Schließung. Kein Cent floss zurück.

S. berichtete auch von Gesprächen mit dem Filialleiter seiner Weidener Bank. "Er hat gesagt, wenn das Geschäft in Ordnung geht, bist du Millionär. Wenn es in die Hosen geht, definitiv pleite." Der Banker prüfte für ihn ein Konto in Singapur, auf das er dann 400 000 Euro überwies. "Das Konto gab es." Landgerichtspräsident Walter Leupold beeindruckte das wenig: "Auch in einem betrügerischen Geschäft will ich ja nicht, dass das Geld in ein Bermuda-Dreieck überwiesen wird."
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