Millionenspiel um Turnhalle

Bild: Wilck

Wie ein Sechser im Lotto wäre das, meinten mehrere Stadträte. Und auch in diesem Fall locken viele, viele Millionen: Der Bund könnte die Sanierung der Turn- und Schwimmhalle der Realschulen zu 90 Prozent bezuschussen. Eine Chance, die sich der Stadtrat nicht entgehen lassen will.

Auch für Baudezernent Hansjörg Bohm wäre es "ein Kracher", falls Weiden den Zuschlag erhalten würde. Zu den Richtlinien des Bundesprogramms "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport Jugend und Kultur" würde das Projekt jedoch durchaus passen, verdeutlichte er in der Stadtratssitzung am Montag.

Um die dringende Sanierung der Schwimm- und der Dreifachturnhalle oder einen Neubau kommt die Stadt ohnehin nicht herum. Bohm bezifferte die Kosten für die Sanierung mit 12,6 Millionen Euro. Falls es mit der hohen Förderung klappt, müsste die Stadt gerade mal 1,26 Millionen Euro an Eigenmitteln einbringen. Die letztgültige Entscheidung über die Anträge fällt das Bundesbauministerium im Januar oder Februar, nachdem das jeweilige Bundesland eine Vorauswahl getroffen hat. Ein Teil der Mittel müsste bereits in den Haushalt 2016 eingestellt werden. Die Sanierung liefe bis 2018.

Optionen offenhalten

"Wenn wir das kriegen, wäre das wie ein Sechser im Lotto", sagte Gisela Helgath (Grüne). Beide Einrichtungen seien unverzichtbar für die Innenstadt. Zusammenhänge mit einem anderen Glücksspiel erkannte Roland Richter (SPD): "Einen guten Pokerspieler zeichnet aus, dass er immer verschiedene Optionen und Strategien hat." Sprich: Die Stadt vergibt sich nichts, wenn sie sich zunächst um die Förderung bewirbt.

Eigentlich sollte sich der Bauausschuss im Dezember mit den Optionen "Generalsanierung oder Neubau der Realschulen" befassen. Ein Umzug der Bildungsstätten an einen gänzlich anderen Standort, so gab Bohm zu verstehen, wäre im Falle der Förderbewilligung jedoch wohl vom Tisch. Und damit auch der Verkauf der innenstadtnahen Grundstücke für eine andere Nutzung. Unterm Strich wäre die Sanierung mit 90-Prozent-Förderung jedoch "die wirtschaftlichste Lösung". Alois Lukas (CSU) befand: "Wir wären ja dumm, wenn wir die mögliche Förderung an uns vorbeiziehen lassen würden." Insofern war's letztlich ein kluger Beschluss: Alle Stadträte waren dafür, den Förderantrag einzureichen.

"So was darf man sich nicht entgehen lassen", hatte auch OB Kurt Seggewiß zugestimmt. Weiden benötige auf alle Fälle "eine Schwimmhalle zusätzlich zur Thermenwelt". Und auch die Dreifachturnhalle werde nicht nur von den Realschulen genutzt, sondern auch von Elly-Heuss-Gymnasium, anderen Schulen und zahlreichen Vereinen. Wie beim Lotto braucht's jetzt wohl etwas Glück mit dem Antrag - und höheren Beistand, wie Seggewiß meinte. Er ermunterte die Stadträte, "eine Kerze anzuzünden in der Josefskirche".
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.