Mirijam Denz bezaubert bei Kirchenmusik-Nachmittag
Händel engelsgleich vorgetragen

Weiden. (uz) "Meine Seele hört im Sehen" aus der Feder von Georg Friedrich Händel hätte dem Herrn, der damit gepriesen werden sollte, bestimmt gefallen. Ein engelsgleicher Vortrag. Große Gefühle. Mirijam Denz bezauberte am Sonntagnachmittag beim Förderkreis für Kirchenmusik in der Josefskirche die Zuhörer mit ihrem glockenreinen Sopran. Orgel- und Flötenspiel dienten ihr über weite Strecken als atmosphärischer Hintergrund.

Der Förderkreis hatte zum "Laudate Dominum" für Sopran, Flöte und Orgel geladen, bei dem sich Alexandra Regers Blasinstrument sachte, dem Konzertprogramm dienlich, im Hintergrund hielt. Selbst Stefan Schultes, für gewöhnlich kein Mann der leisen Töne, betrachtete seine Orgel über weite Strecken eher als Beiwerk und konzentrierte sich auf die Qualitäten der Sängerin.

Doch war er es, der den Spätnachmittag mit einem großen Werk von Louis Vierne eröffnete. Dabei entwickelte der Musikpädagoge eine unbändige Energie und intensive Leidenschaft für das Stück. Das "Entrée" aus der Messe "Basse" begann er empfindsam verhalten, entwickelte den vierten Satz aber dann mit tragfähigem Klang zu einem kraftvollen Finale.

Überhaupt hatten die Programmgestalter den Nachmittag mit interessanten Werken von der Klassik bis zur Romantik bestückt, was das Kirchenkonzert so überaus spannend machte. Es folgte Antonio Vivaldis "Domine Deus", gesungen von der jungen Sopranistin, von der hier bereits eine große Ausstrahlung ausging, obwohl sie für das Publikum nicht sichtbar, hoch oben auf der Empore der Orgel stand und ihren Gesang in das Gotteshaus trug.

"Lascia Ch'lo Pianga" von Händel, Johann Sebastian Bachs "Ich will dir mein Herze schenken" und das "Ave Maria" von Luigi Cherubini unterstrichen das breitgefächerte Repertoire von Mirijam Denz. Im zweiten Teil lauschte das Publikum der "Sonate A-Moll" von Giovanni Battista Sammartini, Ludwig van Beethovens "Gott deine Güte reicht so weit" und "Tu Virginum Corona" von Wolfgang Amadeus Mozart.

Im Finalteil spielte Schultes das "Benedictus" aus der Orgelsolomesse von Joseph Haydn, bevor die Sopranistin Max Regers "Ich sehe dich in tausend Bildern" interpretierte. Zum Schluss wurden die Besucher von Schultes und Mirijam Denz mit dem seelenschweren "Ave Verum" von Vierne in den nasskalten Novemberabend entlassen.
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