Mit Bikini zum G 7-Gipfel

Startklar für den Großeinsatz: Sie haben auch Überraschendes im Gepäck, verrieten Betty Birner und Sebastian Seibert kurz vor der Abfahrt am Dienstag. Badeklamotten und Verpflegung. Die beiden Gruppenführer der BRK-Einsatzkräfte werden bis zum Ende des G 7-Gipfels in Garmisch-Partenkirchen bleiben. Ihre Team-Mitglieder werden teilweise abgelöst. Bild: Götz

Für Betty Birner ist es nicht der erste Großeinsatz. Die erfahrene Rettungssanitäterin hofft auf einen ruhigen Verlauf des G 7-Gipfels. Falls sich tatsächlich mal eine Pause ergibt, ist sie gerüstet: mit einem Bikini. Kollege Sebastian Seibert packt die Badehose ein.

Weiden. (ps) Wer jetzt glaubt, die Katastrophenschutzkräfte des BRK-Kreisverbandes Weiden-Neustadt/WN würden in Garmisch-Partenkirchen eine ruhige Kugel schieben, der wird hoffentlich Recht behalten. Zumindest sollte es so ruhig bleiben, dass die beiden Gruppenführer und ihre Teamkollegen tatsächlich ab und zu mal abtauchen können. Denn ist das nicht der Fall, bedeutet das, auf dem G 7-Gipfel - beziehungsweise drum herum - geht es rund.

Hoffentlich bleibt's ruhig

Die von Sebastian Seibert (21) angeführte Transporteinheit dürfte nach Angaben von BRK-Katastrophenschutzbeauftragtem Hartmut Ordnung vor allem im erweiterten Rettungsdienst eingesetzt werden. Das heißt: Sie fahren Patienten zu eigens eingerichteten Sammelplätzen oder in Kliniken. Wenn sie viel zu tun haben, bedeutet das, dass es im Umfeld des Gipfels zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen ist. Natürlich erhofft sich der 21-jährige Rettungssanitäter das Gegenteil: Nämlich friedliche Demonstrationen.

Dasselbe gilt für Betty Birner. "Ich habe nichts gegen Demonstrationen, aber sie sollten ruhig verlaufen", erklärt die Truppenführerin der Betreuungseinheit am Dienstag kurz vor der Abfahrt. Sie und ihre Leute werden als "Mädchen für alles" einiges zu tun haben, verrät Hartmut Ordnung. Das reicht von der Betreuung der Einsatzkräfte von BRK und Polizei über die Essensausgabe bis hin zum Registrieren von Patienten, falls es denn doch zu Ausschreitungen kommt. Übrigens: Das Quartier der Oberpfälzer befindet sich nahe an einem Brennpunkt der Demos. "Das kann sich aber stündlich ändern", weiß der Katastrophenschützer aus Erfahrung.

Bereitwillig erzählt Betty Birner, was sie für den Gipfel-Einsatz alles im Gepäck hat: Schlafsack, Thermorolle, ein kleines Kissen, Wäsche zum Wechseln, Medikamente, Batterien, Taschenlampe und kleine Snacks. Zuguterletzt nennt sie den Bikini. "Man weiß nie, ob man nicht zwischendrin mal kurz Luft hat." Die 60-Jährige war bereits beim Hochwassereinsatz in Deggendorf, beim Papstbesuch in Regensburg und bei Weltmeisterschaften als erfahrene Kraft mit vor Ort. Ihr Arbeitgeber - die Witt-Gruppe - hat die Betriebssanitäterin für den G 7-Gipfel freigestellt. Hartmut Ordnung: "Viele unserer Ehrenamtlichen haben verständnisvolle Chefs."

Die Packliste von Sebastian Seibert unterscheidet sich nur in zwei Punkten von der seiner Kollegin. Er hat - statt Snacks - Brotzeiten dabei: Falls es mit der Verpflegung vor Ort einmal nicht klappt oder die nicht schmecken sollte. Und natürlich trägt er Badehose statt Bikini - falls er sich beim Einsatz in den Bergen aus dem Bad in der Menge tatsächlich mal ins Schwimmbad abmelden kann.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.