Mit Brustkrebs leben

Das Brustzentrum feiert sein zehnjähriges Bestehen: (von links) Karola Dorner, Sieglinde Schärtl, Chefarzt Dr. Albert Roßmann, Bettina Schärtl und Kerstin Birkner geben bei der Infoveranstaltung am kommenden Freitag im Klinikum allen Interessierten Einblick in die Arbeit. Bild: Hartl

Seit zehn Jahren gibt es das Brustzentrum Weiden-Marktredwitz. Das feiern Chefarzt Dr. Albert Roßmann und sein Team am Freitag, 30. Oktober, mit Patientinnen und Angehörigen bei einer Informationsveranstaltung im Weidener Klinikum.

Die Diagnose Brustkrebs ist ein Schock. Das galt auch für Sieglinde Schärtl, als sie 2006 von ihrer Krankheit erfuhr. "Damals lag vieles noch im Argen", sagt Schärtl heute. Da sei es wichtig gewesen, die Krankheit öffentlich zu machen und zu zeigen, dass man mit Brustkrebs leben kann. Im Jahr 2014 gründete sie deshalb die Selbsthilfegruppe "Mamazone Oberpfalz".

Gegenseitige Hilfe

"Wir wollen uns gegenseitig helfen und auch viel zusammen lachen", betont Schärtl. Die Selbsthilfegruppe arbeitet eng mit dem Brustzentrum zusammen. Patientinnen werden auf die Gruppe aufmerksam gemacht. Pflegeexpertin Bettina Schärtl sagt: "Wir im Brustzentrum wissen, dass die Patientinnen bei Mamazone in guten Händen sind. Das schätzen wir sehr." Auch Chefarzt Roßmann betont die Wichtigkeit des Austauschs mit anderen Betroffenen. Die Frauen sollten aus dem "Krebsalltag" rauskommen und neue Lebensfreude tanken.

Da die Arbeit der Gruppe für Patientinnen sehr hilfreich ist, hält Sieglinde Schärtl einen Vortrag zu dem Thema "Mit Brustkrebs leben können, dürfen und müssen - Erfahrungsbericht einer Patientin". Zudem können sich Interessierte an einem Infostand erkundigen.

Für Brustkrebspatientinnen ist vor allem die Stärkung der Lebenskraft wichtig. Dafür sieht sich auch das Brustzentrum zuständig. Die Frauen werden nach ihrem Krankenhaus-aufenthalt weiter umfassend betreut. Das Zentrum bietet auch Kosmetik-seminare und Yoga-Kurse an. Yogalehrerin Kerstin Birkner zeigt Übungen, die den Brustbereich stärken und die Lebenskraft sowie das innere Gleichgewicht erneuern sollen.

Krankenschwester Karola Dorner ist als "Study Nurse" zuständig für Patientinnen, die in Studien betreut werden. Sie zeigt an einem Stand selbstgebastelten Schmuck und Kopftücher. "Ich hatte immer ein Kopftuch passend zu meinem Oberteil an", erzählt Schärtl. Die Frauen dürften sich selbst nie nur als Patientinnen sehen, immer müssten sie sich ihrer Schönheit und Weiblichkeit bewusst bleiben.

Roßmann erläutert bei seinem Vortrag die Fortschritte, die seit der Eröffnung 2005 gemacht wurden. "Wir haben in den letzten zehn Jahren viel erreicht." So werde öfter brusterhaltend operiert und die Behandlung auf die Frauen abgestimmt. Eine maßgeschneiderte Therapie und so wenig Belastung für die Frauen wie möglich seien die wichtigsten Ziele. Im Vorfeld des Vortrags stellt die Leiterin des Qualitätsmanagements das Zentrum vor und geht auf die Aspekte Zertifizierung und Qualität ein.

Hubert Treml singt dazu

Das Brustzentrum lädt am Freitag, 30. Oktober, ab 16 Uhr Patientinnen, Angehörige und alle Interessierten in die Personalcafeteria des Klinikums Weiden ein. Umrahmt wird die Veranstaltung von Songpoet Hubert Treml. Roßmann: "Erstens ist Singen immer gut, und zweitens hat er so positive Songs, das kann viel Kraft bringen."
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