Mit dem Messer gegen Diabetes

"Das Interesse am Diabetikertag ist nach wie vor enorm", sagen die Organisatoren. Für die 18. Auflage werben (von links) Karl-Heinz Stupka vom Diabetikerbund Bayern, Dr. Susanne Friedrich-Kraus, Dr. Georg Aderbauer, Prof. Dr. Frank Kullmann sowie Stefan Müller von der AOK in Weiden. Bild: Bühner

Längst ein fester Bestandteil im Weidener Veranstaltungskalender ist der Diabetikertag. Die 18. Auflage am Samstag, 25. April, wartet mit einigen neuen Elementen auf. Im Vergleich mit dem Beginn dieser Veranstaltungsreihe hat sich auch ganz generell viel verändert für die Patienten.

(sbü) "Abnehmen mit dem Messer - wie dieser Programmpunkt ankommt, da bin ich sehr gespannt", meint Professor Dr. med. Frank Kullmann bei der Ankündigung des 18. Weidener Diabetikertags. Am 25. April von 9 bis 13 Uhr werden in der Caféteria des Klinikums Weiden in der Gabelsberger Straße wieder alle wichtigen Themen zu Diabetes behandelt. Veranstalter ist die Medizinische Klinik I unter Federführung ihres Chefarztes Professor Kullmann, Mitorganisatoren die Diabetologen Dr. med. Susanne Friedrich-Kraus und Dr. med. Georg Aderbauer sowie der Diabetikerbund Bayern, vertreten durch Karl-Heinz Stupka.

In der AOK in Weiden wurde jetzt das neue Programm vorgestellt. Es umfasse alle Themen, die für Patienten derzeit bei dieser Krankheit wichtig sind: Blutzuckermessung, chirurgische Eingriffe bei Fettleibigkeit, Bewegungstraining sowie eine Ausstellung mit zahlreichen themenorientierten Informationsangeboten. Im Mittelpunkt stehe dabei Diabetes Typ II, da diese Form rund 90 Prozent dieser Erkrankung betreffe.

Die Behandlung der Diabetes habe sich durch die Entwicklung in der Medizin gegenüber den vorangegangenen Jahrzehnten wesentlich verändert, sagen die Experten übereinstimmend. Ein Beispiel: "Blutzucker kann mit einem Sensor am Oberarm gemessen werden." Dieser habe sogar den Vorteil, dass er den Verlauf der letzten acht Stunden aufzeichne. "Freestyle Libre" heiße dieses Gerät. Es werde zwar von den meisten gesetzlichen Krankenkassen noch nicht finanziert. "Doch die Preise für den 14-Tages-Sensor und das Handteil bewegen sich bei jeweils 60 Euro", erklärt Prof. Kullmann.

Auf einmal 40 Kilo weniger

Der Chefarzt berichtet auch, dass das Diabetes-Team seines Klinikbereichs derzeit zahlreiche chirurgische Eingriffe bei extrem übergewichtigen Diabetes-Patienten vornehme. "30 bis 40 Kilogramm können da schon einmal wegkommen", und "manchmal ist die Zuckerkrankheit dann ganz verschwunden, zumindest vorübergehend". Magenballon, Schlauch im Dünndarm oder zum Beispiel endoskopische Methoden zur Fettreduzierung bei extremem Übergewicht empfiehlt der Experte eher nur im Vorfeld chirurgischer Eingriffe.

Um einen langfristigen Erfolg dieser Operationen sicherzustellen, sei allerdings eine ganzheitliche Betreuung der Patienten erforderlich. Dazu könnten im Einzelfall neben den Medizinern auch Psychotherapeuten, Ernährungsfachleute und insbesondere Physiotherapeuten oder Bewegungsexperten zählen. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass sich das frühere Gewichtsniveau wieder einstellt. Essen als Sucht müsse bekämpft werden. "Dabei ist Sport und Bewegung das A und O", sagen die niedergelassenen Diabetologen Dr. Friedrich-Kraus und Dr. Aderbauer. Beim Diabetikertag gibt es deshalb auch zum Thema "Bewegung - richtig gemacht" einen Vortrag und Übungen.

Das Ziel moderner Diabetes-Behandlung sei "Eigenverantwortung des Patienten, wie kann er oder sie sich managen", erläutern die Fachärzte. Sie versichern, dass es im Raum Weiden für Diabetiker "eine gute ärztliche Versorgung" gebe. "Der Diabetiker-Tag ist die Messe für uns" lobt Karl-Heinz Stupka vom Diabetikerbund Bayern. Besonderheit in diesem Jahr: Am Veranstaltungstag wird ein Treffpunkt für Eltern mit Diabetiker-Kindern eingerichtet.
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