Mit dem Messer gegen Diabetes

Die Organisatoren und Referenten des 18. Diabetikertags: (von links) Prof. Dr. Frank Kullmann, Diabetesberaterin Franziska Plischke, Dr. Georg Aderbauer, Dr. Susanne Friedrich-Kraus, Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl sowie Karl-Heinz Stupka vom Diabetikerbund Bayern. Bild: Dobmeier

Wie erkennt man Zuckerkrankheit und was lässt sich dagegen machen? Antworten - nach aktuellstem Stand der Forschung - lieferte der Diabetikertag, bei dem es auch einen Einblick in die Geschichte der Diagnostik gab.

Diabetes ist schon lange bekannt. Die Ärzte der Antike diagnostizierten die Zuckerkrankheit einfach mit ihrem Geschmackssinn. Hatte der Urin einen honigsüßen Geschmack, lautete die Diagnose "Diabetes Mellitus". Das heißt wörtlich übersetzt "honigsüßer Durchfluss". Der Name beschreibt den hohen Zuckergehalt des Harnes und die Harnflut, die bei hohen Blutzuckerwerten auftritt. Heute freilich ist die Diagnostik bedeutend weiter, wie ein Referat beim 18. Diabetikertag zeigte.

Prof. Dr. Frank Kullmann, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, hieß in der Caféteria des Klinikums zusammen mit den Mitveranstaltern, den Diabetologen Dr. Susanne Friedrich-Kraus und Dr. Georg Aderbauer, die Gäste willkommen. Erfreut zeigte sich Karl-Heinz Stupka, kommissarischer Regionalvorsitzender des Diabetikerbundes Bayern, dass die Themen auf dem aktuellen Stand der Forschung seien.

Das Thema Blutzuckermessung vertiefte anschließend Diabetesberaterin Franziska Plischke. Neue Technologien ermöglichten die kontinuierliche Überprüfung der Werte, erläuterte sie. Die Insulinpumpentherapie erlaube die bestmögliche Individualisierung einer Insulintherapie.

Ursache bekämpfen

Unter dem Titel "Abnehmen mit dem Messer" ging Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl auf die Möglichkeit der Gewichtsreduzierung bei Adipositas (Fettleibigkeit) ein, eine häufige Ursache für eine Zuckererkrankung. Vor einer Operation verlangen die Krankenkassen den Nachweis, dass konservative Möglichkeiten der Gewichtsreduzierung ausgeschöpft wurden, etwa Bewegungs-, Ernährungs- und Verhaltenstherapie. Gewichtsreduzierende OP könnten ein steuerbares Magenband, ein Schlauchmagen oder der Magen-Bypass sein. Wichtig sei, dass der Patient dabei auch nahhaltig seine Ernährung umstellt, sonst drohe ein baldiger Rückfall.

Aus zu wenig Bewegung und zu vielen Kalorien resultiere Übergewicht, erläuterte Diabetesberaterin Regina Timmler-Berger. Sie riet zum Treppensteigen im Alltag und zu jeglicher Art von Sport - unter der Aufsicht von Fachpersonal.

Übrigens: Am 12. Juni ist um 15 Uhr eine Infoveranstaltung für Eltern diabetischer Kinder im Schwesternheim (neben der Caféteria, 1. Stock).
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