Mit Juhu in die Kinderklinik

Behandlungs- und Diganosemethoden spielerisch erklärt: Den kleinen Gästen (und Müttern) dürfte beim "Tag der offenen Tür" so manche Angst vor dem Krankenhaus genommen worden sein. Bild: uz

Bei strahlendem Sonnenschein lud die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zum "Tag der offenen Tür" ein. Anlass war das 50-jährige Bestehen der Abteilung. Leitender Chefarzt Dr. Fritz Schneble begrüßte zahlreiche Gäste. Der Weg in die Kinderklinik war am Sonntag ein Vergnügen.

Vor Ort waren Polizei, das BRK mit seiner Suchhundestaffel, Freiwillige Feuerwehr mit Spritzanlage und das komplette Team der Kinderklinik. In den Räumen wurden Freiwillige ans EKG angeschlossen, durften ihren Herzschlag sehen und hören und Brutkasten begutachten. Ferner gab es Schaukelpferde und ein Segelschiff aus Holz. Im Freien waren Hüpfburg und Kinderkarussell aufgebaut. Wer Lust hatte, konnte sich offene Wunden auf den Arm schminken lassen. Für Speis und Trank war gesorgt.

"Die jetzige Klinik wurde 1998 eröffnet", unterstrich der Arzt. "Sie ist jetzt auch schon wieder 17 Jahre alt." Er finde es gut, dass man damals eine großzügige Kinderklinik gebaut habe. "Wir haben nämlich die Verpflichtung, die Klinik ständig den neuesten Anforderungen anzupassen." Dies gelte sowohl für die Infrastruktur wie auch für die technische Ausstattung.

Platzbedarf steigt

"Für die heutige Medizin wird der Platzbedarf immer größer." Denn hier in Weiden würden auch Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Störungen behandelt. Egal ob es sich hierbei um Ess-Störungen oder um Angstzustände handle. "Für solche Patienten braucht man natürlich ganz andere Angebote, als für Patienten mit einer Lungenentzündung oder Durchfall-Erkrankung."

Die Kinderklinik in Weiden feierte am Samstag und Sonntag ihr 50-jähriges Jubiläum. Helmut Kunz war mit der Kamera dabei.

"Wir brauchen Therapeuten und Therapieräume. Wir sind eine Klinik, die sich permanent im Umbau und in der Erweiterung befindet." Man habe es geschafft, sowohl die Zahl der ambulanten wie der stationären Behandlungen weiter zu steigern. "Obwohl heute weniger Kinder geboren werden, als zum Beispiel 1965, als die Klinik gebaut worden ist."

Das Angebot werde nachgefragt, obwohl "wir hier extrem kurze Verweilzeiten haben". Dr. Schneble verglich die Situation mit vor 50 Jahren, als Kinder die Klinik zwar auch voll gewesen sei, die Verweildauer aber bei durchschnittlich 20 Tagen gelegen habe. "Heute haben wir vier."

Das Maximum der Aufnahmekapazität liege bei 60 Patienten. Normalerweise seien es 45 Kinder und Jugendliche. "Momentan haben wir eine ruhige Phase mit rund 35 Patienten." Bei kleineren Kindern sei es heute Standard, dass ein Elternteil dabei bleibe, früher sei dies die Ausnahme gewesen. "Auch dies ist ein Grund dafür, warum der Platzbedarf immer größer wird."

Auch die Hygieneanforderungen seien gestiegen, vor allem in der Intensivmedizin. Oft müssten Patienten aus Gründen von Infektionen voneinander getrennt werden, weil ja auch der Informationsaustausch drastisch verbessert worden sei. "Wer zeitgemäße medizinische Versorgung bieten will, muss sich ständig verändern."
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