Mit Nachdruck auf Trainersuche

Fred Carroll wird man in der kommenden Saison nicht mehr auf der Weidener Bank sehen. Der Trainer wechselt zum Nord-Oberligisten Hannover Indians. Bild: Gebert

Nach dem Absprung von Trainer Fred Carroll zu den Hannover Indians sind die Blue Devils mit Nachdruck auf der Suche nach einem Nachfolger. "Wir kommen gerade von einem Treffen und sind schon recht weit", sagten Vorsitzender Thomas Siller und Teammanager Christian Meiler am Donnerstagabend.

Am Abend zuvor hatte Nord-Oberligist Hannover Indians die Verpflichtung von Fred Carroll bestätigt. Der 52-jährige Deutsch-Kanadier, der während der vergangenen Spielzeit nach einer Herzerkrankung von Josef Hefner auf der Weidener Trainerbank vertreten wurde, hätte im Falle des Klassenerhalts in der Oberliga Süd eigentlich noch einen Vertrag für die kommende Saison gehabt. "Wir werden ihm aber keinesfalls Steine in den Weg legen", zeigt Thomas Siller Verständnis.

Carrolls Schritt kam für die Weidener Verantwortlichen nicht ganz überraschend. "Fred hatte uns über den Kontakt nach Hannover informiert", so Siller. Angesichts der unsicheren Situation bezüglich der Ligenzugehörigkeit der Blue Devils sei dies "legitim" gewesen. Zumal Carroll nur etwa 100 Kilometer von Hannover entfernt zusammen mit seiner Familie seinen Hauptwohnsitz hat. "Wir verstehen natürlich, dass er lieber 100 als 600 Kilometer von seiner Familie entfernt arbeiten will", so Siller. "Wir danken Fred herzlich für sein Engagement in Weiden und wünschen ihm für die weitere Zukunft alles Gute - vor allem natürlich gesundheitlich."

Ab sofort ist Siller zusammen mit Meiler auf der Suche nach einem Nachfolger auf der Weidener Trainerbank. Da Hannovers Bemühungen um Carroll bekannt waren, seien auch die Blue Devils nicht untätig gewesen und hätten laut Meiler frühzeitig "die Augen offen gehalten". Es werde mit Nachdruck an einer schnellen Entscheidung gearbeitet. "Schließlich ist die Trainerverpflichtung die Basis für Spielerverpflichtungen", erklärte Meiler.

Optimisten in Erding

Unterdessen klammern sich in Erding auch nach dem klaren Votum des Beirats einige Optimisten an einen Strohhalm. 23 von 25 Mitglieder des Gremiums hatten sich am Dienstagabend aus wirtschaftlichen Gründen (die Schulden sollen 108 500 Euro betragen) gegen Profi-Eishockey ausgesprochen. Nach der Überzeugung von Eishockey-Abteilungsleiter Bernd Karbach sei aber Oberliga-Eishockey in Erding weiter möglich, allerdings ohne Profis im Kader. Für eine abgespeckte Oberliga-Mannschaft - eine U23 aus jungen Spielern - machte sich auch der Ex-Nationalspieler Günter Oswald stark. Ob eine solche Überlegung tatsächlich Realität werden kann, wird sich zeigen, wenn sich die Eishockey-Abteilung in etwa 14 Tagen zur Jahreshauptversammlung trifft.

Thomas Siller weiß, dass der Klassenerhalt "noch nicht hundertprozentig sicher ist, so lange keine Bestätigung vom Verband vorliegt". Aber zu 99 Prozent gehe er schon davon aus, zumal ja selbst bei einer theoretisch noch möglichen Wende in Erding noch zwei Möglichkeiten bleiben: Der Aufstieg des EHC Freiburg in die DEL2 oder der Verzicht der Eisbären Heilbronn auf den Aufstieg in die Oberliga Süd.
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