Mit Schulbegleitung zum Übertritt

Die Schulbegleiter bildeten sich beim GFI-Fachtag in den Osterferien weiter, um den Bedürfnissen der Kinder im Schulalltag noch besser gerecht zu werden. Von rechts stehend das Organisationsteam mit Angelika Schlosser, Beata Schmidt, Martina Weiß und Simone Domogalla. Bild: Dobmeier

Die Schulbegleitung ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer Einschränkung individuelle Hilfe im Schulalltag benötigen. Dabei kommt es auch zu überraschenden Erfolgen.

Im zweiten Halbjahr der 4. Klasse übernahm Beatrix Schmidt aus Grafenwöhr die Aufgabe der Schulbegleitung bei einem Jungen mit Autismus. Er zeigt typische Probleme bei sozialen und kommunikativen Kontakten zu anderen Personen und Klassenkameraden. Erst die Grundschullehrerin hatte die Eltern auf die Möglichkeit einer Schulbegleitung aufmerksam gemacht. An einen Übertritt an eine weiterführende Schule war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken.

"Es ist sehr wichtig, dem Kind Impulse zu geben, wenn die Konzentration nachlässt - damit der Motor läuft", sagt die Schulbegleiterin. Sie ist gelernte Erzieherin und selbst Mutter von drei Kindern zwischen 18 und 7 Jahren. Bei dem Jungen schaffte sie es, dessen Potenzial zu wecken und anzuwenden. Überraschend für Schule und Eltern gelang ihm der Übertritt in die Realschule. In Begleitung von Beatrix Schmidt lernt er nun dort eifrig in der 5. Klasse.

20 Schulbegleiterinnen und auch ein Mann trafen sich jetzt zu einer Fachtagung bei der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (GFI). "Im richtigen Moment fordern und fördern" - so lautete die Devise, die Angelika Schlosser den Teilnehmern vorgab. Das Treffen diente dem Austausch im Rahmen einer Supervision mit kollegialer Fachberatung, um die gesetzten GFI-Qualitätsstandards für die verantwortungsvolle Tätigkeit in der Schule zu gewährleisten.

Die Dauer und der Umfang der Schulbegleitung werden individuell festgelegt und laufen in der Regel für ein Schuljahr. Diese Aufgabe erfüllen qualifizierte pädagogische Fachkräfte und Erzieher mit entsprechender Eignung und Erfahrung. In enger Zusammenarbeit mit den Eltern, den Förderlehrern und der Klassen- und Schulleitung sowie den beratenden Einrichtungen erfolgt die Betreuung.
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