Mit sich ins Reine kommen

Tipps, um mit sich selbst und seiner Umwelt besser zurecht zu kommen, gab es beim "2. Coaching-Café". Nachdenkliches und Lehrreiches bot Sigrid Stilp (Vierte von links) mit ihrem Team (von links) Heike Artmann, Christa Neubauer-Kreutzer, Jürgen Stilp und Stefanie Ramsl. Bild: Bühner

Hört man den Namen "Coaching Café", denkt man an Geselligkeit. Vielleicht auch an Training. Dabei geht es um etwas ganz anderes: Die Besucher erhalten Hilfe, um sich selbst und die eigene Umgebung besser zu verstehen.

(sbü) "Ich will dazu beitragen, dass Sie glücklich und erfolgreich leben und arbeiten können", erklärt Sigrid Stilp, Leiterin des Instituts für Entwicklungsberatung in Bechtsrieth. Dass dieser hohe Anspruch an einem einzigen Tag nicht ganz zu erfüllen sei, verschweigt sie nicht. Doch Hilfestellungen in diese Richtung will die Personaltrainerin den Teilnehmern des "2. Coaching Cafés" in Weiden schon mit auf den Weg geben.

Um mit Problemen und Konflikten mit sich selbst oder in der eigenen Umgebung besser umgehen zu können, stellt Stilp ein Verfahren in den Mittelpunkt, das sich "SIZE-Prozess" nennt. Mit den Teilnehmern übt sie die Methode ein. "SIZE" ist nach seinen wissenschaftlichen Begründern, den Psychologen Hannes Sieber und Fritz Zehetner, benannt und gilt als sehr zuverlässiges und wissenschaftlich überprüftes Verfahren. Es erklärt das eigene Verhalten und das von Menschen um uns herum. So entsteht mehr Selbstsicherheit. Man lernt Konflikte zu vermeiden oder richtig mit ihnen umzugehen.

Stärken und Schwächen

"Erfolgreiche Persönlichkeiten kennen ihre eigenen Stärken und Schwächen", sagt Sigrid Stilp. Vor allem sollte man seine eigene Person - "seine persönliche Wahrnehmungsbrille, seine Begabungen und Talente, seine Vorlieben für ein bestimmtes Verhalten und sein Wertesystem" - kennen. Dann müsse gefragt werden: "Welche Persönlichkeitsstile haben die Menschen in meiner Umgebung?" Schließlich gehe es darum, Missverständnisse, die aufgrund dieser Unterschiedlichkeit entstehen könnten, zu vermeiden.

Sechs Persönlichkeits-Stile stellt sie vor. Sie nennt diese auch "inneres Parlament" oder "Ich-System", denn je nach Persönlichkeitsstruktur prägten ein oder zwei vorherrschende Stile das Verhalten des Menschen: Analytiker (faktenorientiertes Denken), Aktive (impulsives Handeln), Einfühlsame (beziehungsorientiertes Fühlen), Kreative (humorvolles Reagieren), Wertorientierte (wertorientiertes Denken) und Ruhige (besinnliches Denken).

Menschliche Kontakte und Kommunikation werden davon beeinflusst, welche Persönlichkeitsstile aufeinander treffen. Folgt man dem SIZE-Verfahren, können zum Beispiel Kontakte mit analytisch geprägten Menschen scheitern, wenn man ihnen sehr emotional begegnet. Auch der Weg zu Verhaltensänderungen hänge von der individuellen Persönlichkeitsstruktur ab.

Sich nicht verstellen

Stilp empfiehlt den Teilnehmern dennoch, sich nicht zu verstellen, sondern sich auf "unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Landkarten einzustellen". Oftmals bestünden schon unterschiedliche Auffassungen über Begriffe. Wahrnehmung und Wirklichkeit fielen oftmals auseinander. Die Personaltrainerin rät zudem: "Achten Sie darauf, Frauen und Männer ticken anders."
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