Mit Sicherheit besser

Cheffotografin Claudia Köppel (vorne, Fünfte von links) freut sich mit den Preisträgern (von links): Leon Ihl und Pauline Lay mit "Lebens-Lust", Stefan Kraus und Diana Asmus mit dem Gewinnerbild "Ja, Vielleicht, Nochmal" und Sabrina Murr und Hannah Gruber mit "Andi und Alex machen es". Zur Preisverleihung gratulieren Schulleiterin Gabriele Dill und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (vorne, Bildmitte). Bild: Hartl

Sex und Öffentlichkeit passen nicht wirklich zusammen. Aufklärung über gefährliche übertragbare Krankheiten muss aber sein. Für eine neue HIV-Kampagne des bayerischen Gesundheitsministeriums gab es deshalb einen Fotowettbewerb. Die Schüler der FOS/BOS haben mitgemacht - und gewonnen.

Ein Junge und ein Mädchen lehnen an einer Säule. Den Rücken zueinander blicken sie verträumt. Im Bild stehen drei Worte untereinander: "Ja - Vielleicht - Nochmal". Was die jungen Leute sich da genau wünschen, bleibt ein Geheimnis. Allerdings ein preisgekröntes. Das bayerische Gesundheitsministerium hatte für eine neue Kampagne einen Foto-Wettbewerb ausgeschrieben - und dieses Bild hat gewonnen. Ziel der Kampagne ist die Aids-Prävention. Das Motto: "Mit Sicherheit besser."

Kondome im Unterricht

Mit Sicherheit besser als ihre Mitbewerber waren die Schüler der Fachoberschule Weiden. Gesundheitsministerin Melanie Huml zeichnete die Elftklässler bereits im Landtag aus. Jetzt gab es noch die offiziellen Glückwünsche von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Neben "Ja - Vielleicht - Nochmal" fand die Jury noch zwei weitere Motive überzeugend und wird sie für die Kampagne verwenden: Einmal geht es um "Lebens-Lust". Ein Mädchen schmiegt sich da lächelnd an einen Jungen an, der auf einer Bank sitzt. Das andere Plakat zeigt zwei junge Mädchen. Sie schauen sich in die Augen. Ihre Köpfe berühren sich an der Stirn. Es geht um gleichgeschlechtliche Liebe: "Andi und Alex machen es".

Claudia Köppel hat als Cheffotografin der Fachoberschule das Projekt geleitet. "Die Schüler sollten sich mit den Grundtechniken der Fotografie vertraut machen", sagt Köppel. "Ich habe sie da einfach reingeworfen. Wir hatten an diesem Tag Glück. Wir haben die Aufnahmen im Schulgelände bei bestem Licht gemacht. Die Bilder sind nur minimal nachbearbeitet."

Mit dem Thema sind die Schüler gut umgegangen. "Sie waren zwar kurz distanziert, als ich aber dann die Kondome verteilt habe, ist es lockerer geworden. Ich gehe offen damit um, das war einfach." Für die Teenager wiederum war die größte Herausforderung die Inszenierung: Den Einfall des Lichtes richtig einzuplanen, war sehr schwer, sagen sie; und auch die intime Nähe bei den Aufnahmen glaubhaft darzustellen, war nicht so leicht. "Das hat man sonst ja nicht so", sagen Sabrina Murr und Hannah Gruber. Die Mehrdeutigkeit ihres Beitrags "Andi und Alex machen es" ist beabsichtigt: Ist "Andi" nun "Andreas" oder "Andrea"? Ist "Alex" "Alexander" oder "Alexandra"? Die Antwort bleibt offen.

Infektionszahl gestiegen

Mit dem Thema Homosexualität haben die Schülerinnen die wichtigste Zielgruppe der Kampagne angesprochen: Die Zahl der mit HIV infizierten homosexuellen Männer ist vier Mal höher als die Zahl der an Aids erkrankten heterosexuellen Männer und Frauen. Die Gesamtzahl der diagnostizierten Infektionen ist letztes Jahr wieder gestiegen. Grund genug für die Staatsregierung, die Aufklärungsarbeit unvermindert fortzusetzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Gesundheitsminister (1235)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.