Mit Vertrauen wuchern
Angemerkt

So ein Kommunalhaushalt ist kompliziert. Kein Experte darin zu sein, keine Schande. Wenn man das aber erst kurz vor der Abstimmung über den Haushalt feststellt und deshalb urplötzlich gegen alles ist, gibt's ein Problem. Zum Beispiel - wie am Montag - mit der Mehrheit des Stadtrats.

Das angeblich lückenhafte Wissen des Kollegen fuchst die Stadträte quer durch alle Parteien. Und auch der schlichte Bürger ist dazu verleitet, zu fragen, ob es nicht die ureigene Pflicht eines Bürgervertreters ist, sich rechtzeitig in die Haushaltsmaterie einzuarbeiten statt sich mit Unkenntnis in Detailfragen aus der Affäre zu stehlen.

Bei der Einarbeitung gab's übrigens Hilfe besonderer Art: nicht nur von den alten Hasen im Gremium und von der Fraktion. Hilfe bot die Stadtkämmerin höchstpersönlich an, die den Stadträten in Waldsassen das kleine Einmaleins des Kommunalhaushalts vermittelt hatte - und augenscheinlich nicht nur das.

Denn endlich steht einer der Stadträte auf und sagt, wie's ist: Haushaltsexperte sei er keiner. Eingelesen habe er sich halt. Vereinzelt blieben Fragezeichen. Abstimmen werde er trotzdem für den Haushalt. Warum? "Weil ich der Verwaltung vertraue." Das Einmaleins des kommunalen Haushaltes als vertrauensbildende Maßnahme: Gute Arbeit, Frau Stadtkämmerin.

simone.baumgaertner@derneuetag.de

Reaktionen Der Schlüssel zu mehr Zuweisungen

Weiden. (vok) Fast eine Punktlandung. Am Montag hat der Stadtrat den Haushalt für 2015 verabschiedet. Darin enthalten ist ein Ansatz von 17,0 Millionen Euro bei den Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen. Einen Tag später kam dann die Mitteilung, dass der Freistaat die Stadt Weiden im nächsten Jahr sogar mit 17,64 Millionen Euro unterstützt. Amberg erhält 10,22 Millionen, Regensburg geht leer aus. Das bedeutet allerdings, dass dort die Steuern entsprechend fließen und die Bezirkshauptstadt nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Ein weiterer Bericht über die Schlüsselzuweisungen im Landkreis Neustadt/WN folgt auf Seite 37.

Sie lesen heute

Kreisseite Keine Ghettos

Der Landkreis setzt wegen der besseren Integration auf die dezentrale Unterbringung der Asylbewerber und handelt sich dabei Schwierigkeiten ein. (Seite 35)
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.