Mittendrin statt nur dabei

Beate Götz erklärt den Schülern, wie sich schlechtes Sehen auch auf andere Sinne auswirkt. Die Kinder mussten dann mit verbundenen Augen Düfte erkennen. Bild: hfz

Erfahrung im gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung hat die Max-Reger-Schule bereits. Immerhin trägt sie das Prädikat "Profil Inklusion". Nun lernten die Kinder auch, sich hineinzufühlen in das Leben sehbehinderten Menschen - dank eines ungewöhnlichen Projekts.

"Mittendrin, statt nur dabei": So könnte man das Lebensmotto am besten beschreiben, das sich Beate und Robert Götz auf die Fahnen geschrieben haben. Zwei Menschen, die Inklusion leben und versuchen, ihre positiven Erfahrungen spielerisch an Kinder weiterzugeben.

Mit verbundenen Augen

Es ist 8.30 Uhr in der Turnhalle der Max-Reger-Mittelschule. Normalerweise wird zu dieser Zeit im Sportunterricht laut getobt und mächtig gekämpft. Doch heute ist es still. In und vor der Turnhalle sind acht Stationen aufgebaut, an denen die Ganztagsklasse 5 b sich in Kleingruppen ausprobiert: Das Werfen auf Dosen, das Fühlen von Gegenständen und das Riechen - jeweils mit verbundenen Augen. Auch zwei Memories müssen blind gespielt werden. Auf dem Hartplatz lotsen die Kinder einen Mitschüler, der Augenbinde und Blindenstock trägt, durch einen Parcours.

Alles geschieht in Ruhe - ungewöhnlich. Die Schüler sind voll bei der Sache. Zu verdanken ist das dem Ehepaar Götz, das für diese Stationen verantwortlich ist. Robert Götz hat alles gebaut und seine Frau setzt mit Marianne Wallinger, die ebenfalls als VdK-Schulbeauftragte fungiert, die Sachen in den Schulen ein. Viele vom VdK sind zur Veranstaltung an die Schule gekommen, Josef Rewitzer, der Kreisvorstand des VdK, Siegmund Bergmann, der Kreisgeschäftsführer des VdK Weiden, Quirin Gierisch, der Vorsitzende des Ortsverbands Neustadt/Waldnaab, und Irena Gradl, die Vorsitzende des VdK-Nord. Sie alle haben ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, wenn sie den Kindern bei ihrer konzentrierten Arbeit an den Stationen zusehen. Und am meisten genießen es Beate und Robert Götz, die sehen, wie ihre Arbeit Früchte trägt, weil ihr größter Wunsch ist, "dass behinderte und nichtbehinderte Menschen prima zusammen leben können".
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