"Motivation ist das A und O"

Mit Stephan Wildgans (rechts), der hier gerade einen Fensterflügel in den Rahmen setzt, und zwei weiteren Gesellen hat sich Alexander Korsche (links) seinen eigenen Nachwuchs herangezogen. Der Juniorchef hat die drei Jugendlichen nach der erfolgreichen Prüfung im Februar übernommen. Derzeit beschäftigt das Weidener Unternehmen, das auch eine Niederlassung in Sachsen unterhält, 80 Mitarbeiter und 7 Auszubildende. Bild: Steinbacher

Worauf Alexander Korsche in einem Zeugnis als erstes schaut? Auf die Bemerkung des Lehrers. "Der kennt seinen Schüler. Die Noten sind da eher zweitrangig", meint der Juniorchef von Metallbau Korsche. Wichtiger sind aus seiner Sicht Betragen und Charakter.

(ps) Von einem Facharbeitermangel will der Unternehmer, der sich wie eine ganze Reihe von Handwerksmeistern und Firmenchefs an der "Woche der Ausbildung" im Raum Weiden-Neustadt-Tirschenreuth beteiligt, noch nicht sprechen. Doch: "Wir müssen uns schon etwas zur Decke strecken", räumt er ein. Und vor allem: "Die Bewerber werden immer schlechter."

Hilfreich: ein Praktikum

Denn selbst wenn für Alexander Korsche die Noten nicht die oberste Priorität haben. Eines steht laut Thomas Kick - er betreut die Auszubildenden in dem Unternehmen - fest: "Es wird schon einiges verlangt in der Prüfung zum Metallbauer. Aber das ist auch für einen Hauptschüler zu schaffen. Vorausgesetzt, er setzt sich hin und lernt." Wenn er das tut, sind für den Auszubildenden nicht nur die Chancen gut, die Lehre erfolgreich abzuschließen. Bei Metallbau Korsche hat er dann auch seinen Arbeitsplatz so gut wie sicher.

Bestes Beispiel dafür: Drei Auszubildende haben erst im Februar die Abschlussprüfung erfolgreich absolviert. Alle drei sind jetzt als Metallbauer im Unternehmen beschäftigt. Stephan Wildgans ist einer davon. Durch einen Kumpel, der ihm ein Praktikum vermittelt hat, kam er auf den Gedanken, Metallbau, Fachrichtung Konstruktionstechnik - so die exakte Berufsbezeichnung - zu lernen. Dass dabei viel handwerkliches Geschick verlangt wird, hat ihm besonders gefallen, erzählt der 21-jährige Weidener. "Und die Vielseitigkeit der Aufgaben: schrauben, bohren, fräsen, drehen."

Was seinen jungen Arbeitnehmer zur Wahl seines Berufs veranlasst hat, ist für Firmenchef Alexander Korsche ein wichtiger Aspekt bei der Wahl seiner Auszubildenden: das Praktikum. "Wir schauen vor der Ausbildung eigentlich immer im Praktikum, ob ein Jugendlicher mit Metall umgehen kann. Da reichen ein, zwei Tage, um das zu sehen."

Dass das Unternehmen einen guten Ruf als Ausbildungsbetrieb genießt, bestätigt Kreishandwerksmeister Karl Arnold den beiden Chefs Alexander und Anton Korsche sowie ihrem Ausbilder Thomas Kick. Dabei gesteht der Juniorchef: "Unsere Gesellen können eher Fenster bauen als Geländer. Wir bilden für den eigenen Bedarf aus."

Agentur bietet Hilfen

Falls nötig bietet die Agentur für Arbeit ausbildungsbegleitende Hilfen an, wie Yasmin Roth und Lars Ehrentraut vom Arbeitgeber-Service aufzeigen. Das heißt, der Schüler erhält Unterstützung im Lernbereich. Letztlich gilt aber hier wie überall, so Ausbildungsleiter Thomas Kick: "Motivation ist das A und O."
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