Müssen Klinik-Beschäftigte bluten?

Der Tarifvertrag Zukunftssicherung, den Verdi und die Kliniken Nordoberpfalz AG im Jahr 2009 vereinbarten, endet im Dezember. Nun muss neu verhandelt werden. Die Mitarbeiter befürchten Schlimmes.

Nach den ersten Sondierungsgesprächen ist die Kliniken Nordoberpfalz AG der Verdi-Forderung einer externen Begutachtung nachgekommen. "Wir haben mit unserer Beteiligung an der Kliniken AG das Laufen gelernt, jetzt muss sie es auch tun", sagt Roland Gleißner, Mitglied der Verdi-Tarifkommission.

Gilt der Tarifvertrag öffentlicher Dienst künftig in Reinkultur in der Kliniken Nordoberpfalz AG? Gibt es Ausgründungen? Müssen sich die Beschäftigten wieder finanziell in den Erfolg einbringen? Dies sind die brennenden Themen der Verdi-Vertrauensleute. "Wir haben als Beschäftigte Millionen in die Kliniken AG eingebracht", erklärt Verdi-Vertrauensmann Joachim Hofmann, "und wollen dies nicht mehr alleine schultern."

"Die vorgelegten Vorstellungen der Arbeitgeber sind noch weit entfernt von dem, was für die Beschäftigten zumutbar ist", sagt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz. "Manche Punkte wiesen auch aus Verdi-Sicht in die richtige Richtung, unter anderem was die Übernahme von Azubis anbelangt." Nach Meinung der Jugendvertretung der Kliniken AG ist eine heimatnahe Ausbildung und Übernahme ein entscheidende Aspekt.

Wichtig ist der Tarifkommission, dass sich die Gebietskörperschaften ihrer Verantwortung auch finanziell bewusst sind und bei Defiziten entsprechend beteiligt werden - geht es doch um die Gesundheitsversorgung in der Region. Die Vertrauensleute stellten klar, dass es bei einem Zukunftssicherungstarifvertrag immer um ein Geben und Nehmen gehe. Dafür fordern die Arbeitnehmer den Verzicht auf Outsourcing, auf betriebsbedingte Kündigungena und eine Übernahmeregelung.

Verdi-Vertrauensmann Siegfried Laab bringt es auf den Punkt: "Die Kollegen in der Kliniken AG sind es leid zu verzichten, und das bei steigenden Belastungen." "Die Personalmehrung der letzten Jahre führt nicht zu einer Belastungsreduktion. Die Überstunden sind derzeit auf einem Rekordhoch in der AG", ergänzt die Betriebsratsvorsitzende der Region West, Monika Selch.
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