Multiplex-Kino in Schillerstraße?

Ein - ganz unverbindliches - Gedankenspiel von Kino-Betreiber Georg Steger für das, was an der Schillerstraße entstehen könnte. Laut Steger plant ein Investor ein kleines Multiplex auf dem Areal, wo derzeit das "Ring" und ein benachbartes Wohnhaus stehen. Bild: hfz/Steger

Zum Glück bietet das Kino genug Ausdrücke. Neuverfilmung wäre so einer. Oder Showdown, wie im Western. Beides trifft auf das zu, was Kino-Betreiber Georg Steger berichtet: Ein Investor wolle dort, wo momentan noch das "Ring" steht, ein kleines Multiplex errichten. Ähnliche Pläne gab es schon einmal. Diesmal sind sie aber auch eine Kampfansage.

Äußerlich hat sich für Weidener Cineasten nichts geändert, hinter der Leinwand brodelt es jedoch auf dem Weidener Kino-Markt. Erst präsentierte das "Ring"-Kino 2010 Pläne für eine Erweiterung samt umfassender Modernisierung. Daraus wurde aber nichts, weil bald darauf ein neuer, größerer Spieler auftrat: ein Bayreuther Investor, der zunächst beim geplanten Einkaufszentrum ein "Lichtspieltheater" mit 9 Sälen und mehr als 1000 Plätzen errichten wollte. Auch daraus wurde zwar aus baurechtlichen Gründen nichts. Trotzdem sucht er weiter nach einem Standort in der Max-Reger-Stadt. Die Suche könnte nun aber ein Wettrennen werden.

Denn offenbar plant inzwischen ein zweiter Investor ein Multiplex-Kino in Weiden - wenn auch in etwas kleineren Dimensionen: 6 Säle, rund 700 Sitzplätze. Das berichtet jedenfalls Georg Steger, dessen Familie das "Capitol" und das "Ring" betreibt. Und dieser Geldgeber hätte bereits einen Standort gefunden: die Schillerstraße 5 und 3. Wo sich das "Ring" und ein angrenzendes, leerstehendes Wohnhaus befinden - beide Grundstücke sind im Besitz der Stegers.

Die Gespräche dazu liefen seit mehreren Wochen, sagt Steger. Der Investor habe sich nach dem Aus für das "Lichtspieltheater" gemeldet. Wer der Geldgeber ist, dazu sei noch Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Er komme aus der Branche und sei in Weiden noch nicht bekannt. Dass er trotzdem jetzt mit den Plänen an die Öffentlichkeit geht, begründet Steger zum einen mit dem Unmut vieler Bürger über das derzeitige Weidener Kino-Angebot, das sich nach dem Aus fürs "Lichtspieltheater" in Leserbriefen und Internet-Einträgen äußerte. Dem wolle er entgegenhalten: Es tut sich sehr wohl etwas. Zum anderen sei das Ganze auch "ein Zeichen an den Investor aus Bayreuth".

Denn das müsse klar sein: Für mehr als ein Multiplex sei kein Platz in Weiden. "Das gibt der Markt nicht her. Das wäre der Tod für ihn und der Tod für uns." Ohnehin halte er ein kleineres Multiplex, wie beim "Ring" geplant, für passender in Weiden. Denn so hätten auch die alteingesessenen Mitbewerber ("Neue Welt") die Möglichkeit, weiter zu bestehen.

Noch lange nicht spruchreif

Wohlgemerkt: hätten. Denn noch sind die Pläne längst nicht spruchreif. Der Investor wolle erst einmal noch den Markt genau sondieren, der sich stetig ändert - jüngst etwa durch den Bau eines Multiplex' in Amberg. Außerdem müsse erst geprüft werden, ob sich das Vorhaben mit den Rechten der Anwohner verträgt. Es stünden noch Gespräche mit der Stadt an und, und, und. "Nach den Sommerferien", glaubt Steger, könnte sich dann Handfestes ergeben. Eine Eröffnungsfeier an der Schillerstraße sei in frühestens eineinhalb Jahren denkbar. Ob die Familie Steger oder jemand anderes dann das Multiplex betreibe, sei noch offen. Klar sei in jedem Fall: Wenn das neue Kino kommt, werde das "Capitol", für das der Pachtvertrag in zwei Jahren eh auslaufe, geschlossen.

Als nächsten Schritt kündigt Steger den Abriss des leerstehenden Wohngebäudes in der Schillerstraße an. Vorübergehend sollen dort ab Juni rund 20 Parkplätze entstehen. Einen Abriss - auch des "Ring"-Kinos - gäbe es übrigens auch, wenn es doch nichts wird mit den Multiplex-Plänen. Dann würde dort ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, sagt Steger. Für die Familie vermutlich auch ein gutes Geschäft: Denn durch die Nähe zum Einkaufszentrum wären die Grundstücke aufgewertet. Ein Kino wäre ihm trotzdem lieber, betont er. Denn die Liebe zum Film, die bleibe. Mag es hinter der Leinwand noch so sehr brodeln.
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