Multivisionsshow: Hartmut Krinitz liebt das "Ende der Welt"
"Slow Going" in Irland

Der eigenwillige Charme Irlands hat Hartmut Krinitz schon vor Jahrzehnten gepackt. Bild: zpe
Weiden. (zpe) Mit 19 war er das erste Mal in Irland. Seither hat ihn die "Grüne Insel" nicht mehr losgelassen. Addiert Hartmut Krinitz all seine Besuche zusammen, kommt er locker auf drei Jahre, die er ununterbrochen "am Ende der Welt" verbracht hat. 6,4 Millionen Menschen leben hier. 1,8 Millionen im englischen Nordirland.

Ein Besuch auf der Insel biete viel Zeit zum Schauen und zum Hören, erzählte er am Donnerstagabend in der Max-Reger-Halle seinen zahlreichen Zuhörern. Was ihn besonders fasziniert habe, sei das Slow Going, das langsame Leben der Bewohner. Ausgangspunkt seiner Bilderreise war die irische Hauptstadt Dublin, das er mit dem Song "Dirty Old Town" von der Gruppe "The Pogues" untermalte.

Die Show begann mit Schwarz-Weiß-Bildern von zerfurchten Gesichtern, alten Männern und Gebäuden, wie man sie gemeinhin als Synonym für Irland betrachtet. Langsam geht die kontrastreiche Farblosigkeit in Farbe über. Der Betrachter entdeckt eine Wiese mit vielen Einfriedungen. Die typische irische Torflandschaft.

Eine Küstenlänge von über 5000 Kilometern erstreckt sich vom milden Südwesten über das Karstland des Burren, die Weiten Connemarars bis hinauf in den rauen Donegal und zur Antrim Coast, wo es zahlreiche Enden der Welt gibt. Weil es von dort nicht mehr weitergeht. Weil von Irland aus im 19. Jahrhundert unzählige Menschen in die Neue Welt ausgewandert sind.

In seiner Multivisionsshow "Irland - bis ans Ende der Welt" erzählte Krinitz von dieser Heimat und diesem Exil, von grandiosen Landschaften und eigenwilligen Charakteren, von der Allpräsenz des Meeres und der irischen Musik und Literatur. Er berichtete von Wallfahrten, Festen und Pferdemärkten, von Touren mit dem Kajütboot und von Fußmärschen in einer weiten Landschaft. Und er erzählte von James Joyce.

Nach über 25 Reisen verstand der Autor seinen Vortrag als eine große Hommage an ein kleines, melancholisches Land und seine Bewohner. Der Foto- und Textjournalist gilt als einer der profundesten Kenner der Insel. Präsentiert wurde die Multivisionsshow im vollbesetzten Gustav-von-Schlör-Saal vom Medienhaus "Der Neue Tag".
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