Mut zu großen Lösungen

Die gesamte Fraktionssitzung in dieser Woche widmete die SPD nur einem Thema: der "Stadtgalerie". Mit dem Bebauungsplanentwurf sind die Genossen einverstanden. Dennoch befürchten sie "neue Diskussionen".

Über den neuen Bebauungsplanentwurf zur "Stadtgalerie" diskutiert der Bauausschuss am Donnerstag. Hildegard Burger, Sprecherin der SPD im Gremium, signalisiert bereits vorab grünes Licht. Die zahlreichen Einwendungen seien gewürdigt, das Einkaufszentrum "rechtlich möglich und verträglich".

Auch die Verkaufsfläche von jetzt 14 000 Quadratmeter sei "prinzipiell verträglich" - obwohl die Größe von der Empfehlung des Runden Tisches (12 440) abweicht. Dies sei jedoch einer unvorhersehbaren Entwicklung geschuldet: dass das ursprünglich geplante Kino im Gebäudekomplex nicht möglich ist. Ausdrücklich bedauerte das SPD-Fraktionschef Roland Richter bei einem Pressegespräch. Um die Verkaufsfläche werde es sicher "neue Diskussionen geben".

Anwohner "verängstigt"

Zahlreiche Zuschriften drehten sich um das Parkdeck mit 500 Stellplätzen, hat Burger festgestellt. Anwohner seien "verängstigt und besorgt". Die SPD-Fraktionsvize erinnert jedoch daran, dass ein groß dimensioniertes Parkdeck an dem Standort bereits seit 1998 hätte verwirklicht werden können. Die Zufahrt soll nur in der Wolframstraße, die Abfahrt nur in der Sedanstraße möglich sein. "Fundamental-Opposition" erkennen die Genossen im Einwand der BI "Weiden - Unsere Stadt", wonach ein Parkhaus "möglichst unsichtbar" sein solle. Richter erhofft sich stattdessen "gute, moderne Architektur, die der Stadt gut tut".

Ein anderes Großprojekt zum Wohle Weidens: das Gewerbegebiet West IV. Dieses sieht Richter nach dem ersten Treffen der Lenkungsgruppe auf einem sehr guten Weg. Allein schon der Titel: "Top-Job-Area". Er drücke die Entwicklung hochwertiger Arbeitsplätze ebenso aus wie die Absicht, ein Gewerbegebiet zu schaffen, "das in einer Spitzenliga spielt". Dass die Erschließung je nach Bedarf Zug um Zug erfolgen soll, "gefällt uns auch sehr gut". "Beleuchtete Schafswiesen" werde es somit nicht geben.

Der Knackpunkt natürlich: "Zu welchem Preis können wir die Flächen anbieten?" Da die Stadt in Ökologie und soziale Infrastruktur ("Welcome-Center" evtl. mit Kindergarten) investiere, brauche es ein Entgegenkommen beim Grundpreis. Hier sei sie jedoch in guten Verhandlungen mit dem Freistaat. Richter: "Wir brauchen marktfähige Grundstücke und keine Luxusparzellen."

Und auch bei diesem Thema sorgen sich Anwohner - diesmal eben in Weiden-West. Sicher werde es eine höhere Lärm- und Verkehrsbelastung geben, räumt der SPD-Fraktionschef ein. "Aber wir wollen ja auch, dass dahinten etwas passiert." Mit der "Stadtgalerie" und West IV wähnt Parteivorsitzender Freundorfer zwei zentrale Themen der Weidener SPD in einer "entscheidenden Phase". Sie seien wichtige Standortfaktoren. Und auch dazu geeignet,die "Einnahmesituation der Stadt zu verbessern". Freundorfer: "Schade, dass neoliberal eingestellte Mitbewerber nur immer ein Ausgabenproblem sehen."
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