Mystik beim Bauerntheater

Turbulente Szene beim "Magischen Anton": Die schlimmen Nachrichten, die er von Tochter und Ehefrau erhält, lösen bei Wirt Hermann Schober eine Herzattacke aus. Bild: Dobmeier

Als Lustspiel in drei Akten kündigte die Jungbauernschaft Neustadt ihr jüngstes Stück an. Bei der Premiere in Neunkirchen zog "Der magische Anton" die begeisterten Zuschauer in seinen Bann.

Das diesjährige Theaterstück der Jungbauern handelt vom Wirt Hermann Schober, der finanziell schlecht dasteht - der Gerichtsvollzieher droht mit Pfändung. Seine Küche ist miserabel. Er muss Grund verkaufen. Soweit zur Ausgangslage, die Reinhard Brunner bei der Begrüßung kurz skizzierte. Die finanzielle Rettung wäre eigentlich für Wirt Schober (Josef Beer) und seine Frau Andrea (Sandra Hirmer) ganz nah, wenn nur der Bruder Anton (Bernhard Irlbacher) den Vertrag für den Verkauf der Angererwiese mitunterschrieben hätte.

Die Erscheinung

Anton lehnte den Verkauf der Wiese aber ab und verhinderte dadurch eine Wohnsiedlung. Stattdessen war der durchaus spirituell geprägte Bruder mit seiner neuen Liebe, der Lehrerin Fräulein Ledermeier (Sigrid Künkler), beschäftigt. Auch die Zukunft der Wirtstochter Michi (Kathrin Ziegler), die ihre Liebe zum Biobauern Roman (Fabian Baumgart) entdeckt, ihr Jurastudium heimlich beendet, um Landwirtschaft in Weihenstephan zu studieren, macht den Gastwirt lebensmüde. Und: Seine Frau hat schon den Fritz als seinen Nachfolger im Kopf. Diese Aufregung kostet dem Wirt mit drei Bypässen fast das Leben.

Doch Bruder Anton hat eine Erscheinung und sieht Maria Magdalena auf der Angerer-Wiese. Herr Hochwürden (Reinhard Brunner) warnt ihn vor den Folgen von Falschaussagen und der Sünde. Der Ort gerät in hellen Aufruhr, und Vergleiche mit Lourdes machen schnell die Runde. Das Wirtshaus gelangt zu neuem Wohlstand, und die Gäste stehen Schlange.

Aber Anton zweifelt angesichts der abflauenden Liebe seiner Angebeteten und revidiert seine Aussage zu seiner Vision. Bruder Hermann und Ehefrau Andrea bringt dies zur Weißglut. Dann tritt die Geliebte von Anton doch wieder in Erscheinung und offenbart eine Wendung, die so nicht vorhersehbar ist.

Begeistert dankten die Zuschauer für die gelungene Premiere. Regie führte Melanie Rebhan, Souffleuse war Katharina Striegl. Den Gerichtsvollzieher spielte Johann Adam und die Magd Annette Rebhan. Das Bühnenbild gestaltete Sebastian Meißner. Das Lustspiel in drei Akten stammt von Cornelia Willinger.

Wer das turbulente Stück miterleben will: Weitere Aufführungen gibt's am 13., 14., 28. und 29. März jeweils ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) im Alten Schulhaus Neunkirchen. Kartenvorverkauf bei TTL in Ullersricht bei Weiden.
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