Nach den Feiertagen werden viele Geschenke umgetauscht
Erst Kaufrausch, dann Umtausch

Die Christbäume stehen noch in den Innenstädten, da werden viele Weihnachtsgeschenke schon wieder zurückgebracht - zum Umtausch im Einzelhandel. Bild: dpa

Vor Weihnachten waren die Fußgängerzonen voll mit Menschen, viele auf der Suche nach den letzten Geschenken. Prall gefüllte Einkaufstaschen schaukelten im Takt der Schritte. Und jetzt, nach den Feiertagen, beginnt das große Umtauschen.

Das Kaufen von Geschenken ist oft ein Pokerspiel. Erst beim Auspacken unter dem Weihnachtsbaum zeigt sich, ob man mit der Idee richtig lag. Laut Statistischem Bundesamt fragen 28 Prozent der Deutschen beim Kauf, ob sie das Geschenk umtauschen dürfen, wenn es nicht gefällt. Aber geht das so einfach?

Wichtig ist laut Dorothea Kesberger, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Berlin, zwischen Gewährleistung und Umtausch zu unterscheiden: "Hat die Ware einen Mangel, muss der Verkäufer eine Nachbesserung anbieten." Ist das nicht möglich, sei er verpflichtet, die Ware umzutauschen. "Der Kunde hat Geld für die Ware bezahlt und ein Recht darauf, ein funktionierendes und vollwertiges Produkt dafür zu bekommen."

Vor dem Kauf fragen

Etwas anderes sei es, wenn der Oma oder der Mutter der Schmuck nicht gefällt. "Der Umtausch liegt dann in der Kulanz des Verkäufers, ob er die Ware zurücknimmt oder nicht. Die meisten machen es trotzdem", weiß Kesberger. "Besser ist es jedoch, vor dem Kauf zu fragen, was die Bedingungen für einen Umtausch wären, falls das Geschenk nicht gefallen sollte: Muss man den Kassenbon mitbringen, und wie lang ist ein Umtausch möglich?" Einschränkungen beim Umtausch gebe es bei Lebensmitteln, bei Produkten bei denen es hygienisch nicht vertretbar wäre, oder Sonderanfertigungen wie Schmuck mit eingravierten Namen.

"In der Regel wird kein Bargeld ausbezahlt", meint Kurt von Klenck, Vorsitzender vom Wirtschaft- und Kulturforum Su-Ro e.V. "Die meisten Einzelhändler bieten an, eine andere Ware auszusuchen oder einen Gutschein zu nehmen." Den Grund dafür sieht er darin, dass ein Kaufvertrag von beiden Seiten abgeschlossen wurde, die Einzelhändler Arbeit in den Verkauf investiert haben und sich den Verlust des Umsatzes nicht leisten könnten.

Bei dem Juweliergeschäft Schmuck Kaba in Weiden ist es generell nicht möglich, die Uhren, Ketten oder Ohrringe gegen Geld umzutauschen. "Wir sagen unseren Kunden vor dem Kauf, dass sie die Ware gegen ein anderes Schmuckstück oder einen Gutschein eintauschen können", berichtet Geschäftsführer Yusuf Kabakulak. Mit dem Einkaufsbeleg könne man bei ihm die Ware, die kurz vor Weihnachten gekauft wurde, problemlos bis Ende Januar umtauschen.

"Ich hatte einmal ein skurriles Erlebnis. Da wollte ein junger Mann eine Uhr, ein Geschenk seiner Freundin, in Geld umtauschen - nach drei Monaten", erzählt Kabakulak und schüttelt den Kopf. "Als ich ihm gesagt habe, dass es nicht geht, hat er erst mit dem Rechtsanwalt gedroht. Ich hab nicht locker gelassen, und dann wollte er mich in der Fußgängerzone schlecht machen." Ein paar Minuten später sei der Kunde wieder gekommen, habe sich entschuldigt, die Uhr mitgenommen und sogar eine zweite gekauft, lacht der Geschäftsführer.

Komplett ausgeschlossen vom Umtausch seien bei ihm Piercings. "Da kann ich nicht überprüfen, ob die schon getragen wurden. Aus hygienischen Gründen darf ich sie nicht zurücknehmen. Bei Uhren gucke ich mit meiner Lupe nach Kratzspuren. Daran sehe ich, ob sie schon verwendet wurden."

Schmuck und Kosmetik

Insgesamt lief das Weihnachtsgeschäft gut für Kabakulak: "Wir haben in diesem Jahr schon Mitte Dezember den Umsatz erreicht, den wir 2013 im ganzen Dezember gemacht haben." Dass Uhren und Co. ein beliebtes Weihnachtsgeschenk sind, zeigt eine Übersicht des Statistischen Bundesamtes. Schmuck steht mit 32 Prozent hinter Gutscheinen, Kleidung und Spielwaren auf Platz acht der beliebtesten Geschenke.

Mit 35 Prozent liegt die Kategorie "Kosmetika" auf Platz sieben. Das merkt auch die Douglas-Filiale in Weiden. Dort herrschte vor Weihnachten Hochbetrieb. "In der Regel werden Parfums nach Weihnachten wieder umgetauscht. Dafür brauchen wir den Kassenbon und die Originalverpackung", erklärt Sabine Vargas, Angestellte bei Douglas.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.vz-berlin.de
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