Nach elf Jahren: Gott sei Dank

Der Kindergarten für die Kleinen von St. Konrad wurde zur großen Sache. Lange konnten sich Kirche und Stadt nicht über den Inhalt des Trägervertrags einigen. Das blockierte den Bau des Sozialzentrums am Hammerweg über Monate, bei dem der Kindergarten der entscheidende erste Dominostein ist. Nun folgte der Durchbruch.

Vielleicht war es Jakobus (1, 3-4), der Dekan Johannes Lukas mit seinen Worten durch diese lange Zeit des Hoffens und Bangens geholfen hat: "Und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt", steht da in der Bibel. Denn volle elf Jahre musste sich Lukas als Pfarrer von St. Konrad gedulden, bevor er jetzt verkünden darf: Es ist geschafft. Die letzte noch erforderliche Unterschrift für das Sozialzentrum St. Konrad am Hammerweg mit Kindergarten, -hort, Altenheim, betreutem Wohnen und Pfarrzentrum steht. "Nun schreiben wir sofort aus", sagt Lukas.

Zuletzt hing alles am Trägervertrag für den neuen Kindergarten, den St. Konrad mit der Stadt schließen muss. Die darin enthaltene "Defizitklausel" war wegen der klammen Haushaltslage der Stadt und der daraus resultierenden Auflagen der Regierung der Oberpfalz über Monate hinweg Streitpunkt. Doch die Bischöfliche Finanzkammer musste als Aufsichtsbehörde auf der Klausel bestehen. Jetzt jedoch sind die juristischen Feinheiten eingearbeitet, der Vertrag von Stadt und Kirche unterzeichnet. Doch das allein verzögerte den Baubeginn nicht um Jahre.

Abbruch, Neubau, Umzug

Rückblick: "Seit 2004 kämpfe ich für diese Sache", sagt Lukas. Damals wurde der Pfarrei St. Konrad klar, dass angesichts des schlechten Bauzustands von Kindergarten und -hort gehandelt werden muss. Ähnlich stellte sich die Lage beim Altenheim dar. Dabei zeigte sich, die Sanierung sei im Vergleich zum Neubau zu teuer. So entschloss sich die Pfarrei auch mit Blick auf das schon lang gewünschte neue Pfarrheim dazu, ein Sozialzentrum zu errichten. "Ein stattliches XXL-Paket", wie Lukas seit jeher betonte. Eines, für das es stiftungsaufsichtliche Genehmigungen brauchte. Eines, für das ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden musste. Eines, das vier Baumaßnahmen, drei Bauherren und einer zweistelligen Millionensumme bedarf. Das Vorgehen soll wie folgt sein: Zuerst soll das Jugendheim abgebrochen werden und dort der neue viergruppige Kindergarten (100 Kinder) und ein eingruppiger Hort (25) entstehen. Das Seniorenheim, dann unter Trägerschaft des Caritas-Diözesanverbandes, soll zum großen Teil auf dem Areal entstehen, wo der Kindergarten abgebrochen wird. "Die Pläne stehen, Der Träger steht in den Startlöchern" In dem u-förmigen Gebäude, ziehen neben dem Altenheim auch die ambulante Krankenpflege der Caritas-Sozialstation (bislang in der Nikolaistraße) ein.

In einem Haus, das ans Altenheim anschließt, bietet das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH Plätze für betreutes Wohnen an. Den Schlusspunkt setzt der Bau des neuen Pfarr- und Jugendheims gegenüber von St. Konrad parallel zur Heinrich-von-Kleist-Straße. Etwa sechs Jahre werden dann ins Land gezogen sein - vorausgesetzt die nun folgenden Ausschreibungen sind gleich erfolgreich.

Zuwarten geht nicht mehr

"Es muss jetzt endlich losgehen", findet Lukas. Der bauliche Zustand der Gebäude lasse ein Zuwarten nicht zu. "Außerdem will ich meine Pfarrerei nicht länger vertrösten." Viele Spenden für das Projekt seien bereits eingegangen, ein rühriger Förderverein hat sich gekümmert. "Deshalb schreiben wir jetzt auch aus, obwohl das nicht der günstigste Zeitpunkt ist." Vielleicht aber ist es ein guter Zeitpunkt statt Jakobus den Evangelisten Lukas (1,37) zu bemühen: "Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich."
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