Nach Unfall Zunge verschluckt: Zeuge rettet Radfahrer
Heldentat im Berufsverkehr

Es hätte tragisch ausgehen können: Nach dem Zusammenprall mit dem Auto liegt der junge Radfahrer auf der Straße. Er ist nicht mehr ansprechbar. Und: Er hat seine Zunge verschluckt. Aber er hat auch einen Schutzengel. Ein Weidener, der mit seinem Sohn (8) zufällig Zeuge des Unfalls am Mittwochabend in Rothenstadt wurde, eilt herbei. Der 32-Jährige bringt den Radfahrer in stabile Seitenlage und erkennt sofort die hochgefährliche Situation. Er löst die Zunge und verhindert so vermutlich weit Schlimmeres. Am Ende bringt der Rettungsdienst den Radler ins Klinikum. Der 17-Jährige kommt mit mittelschweren Verletzungen davon.

Dieses "vorbildliche Verhalten" des Ersthelfers "verdient höchsten Respekt und Anerkennung", erklärt Polizei-Sprecher Günther Burkhard. Tatsächlich machte der 32-Jährige offenbar alles richtig nach dem Unfall, der sich kurz nach 18 Uhr ereignet hatte. Der Radler war laut Polizei zuvor als Fahrgast in einem Linienbus auf der Oberen Hauptstraße in Rothenstadt unterwegs. Auf Höhe der Straße Am Stein stieg er aus, schnappte sich sein Rad und strampelte vermutlich sofort los, um noch vor dem haltenden Bus die Hauptstraße zu überqueren.

Dabei übersah er allerdings, dass gerade ein 43-Jähriger mit seinem Auto an der Haltestelle vorbeifuhr. Es kam zum Zusammenstoß - und zum Hilfseinsatz des 32-Jährigen, der am Unfall unbeteiligt war, das Geschehen aber von seinem Auto aus beobachtet hatte.

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei war am Rad keine Beleuchtung angebracht. Der junge Mann, der ohne Helm unterwegs war, trug dunkle Klamotten, wodurch ihn der Autofahrer womöglich zu spät erkannte. Der 43-Jährige blieb unverletzt. Der Schaden beläuft sich auf rund 1600 Euro.
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