Nachfrage nach Wild wächst

Dr. Manfred Wölfl informierte über "Luchs und Wolf in Bayern". Bild: gf

Bestellungen für über 300 Stück Rotwild liegen vor. Aber die Gehegewildhalter können den Markt nicht vollständig bedienen. Sie könnten leicht die doppelte Menge absetzen. Doch die Zahl der zur Vermarktung angemeldeten Tiere sei rückläufig, da immer mehr direkt verkauft werden.

Die Bayerischen Gehegewildhalter sind im Landesverband Bayerischer landwirtschaftlicher Wildhalter organisiert. Knapp 100 gehören auch dem Regionalverband Oberpfalz an, die Vermarktung obliegt der Erzeugergemeinschaft für landwirtschaftliches Gehegewild in Bayern.

Zur gemeinsamen Mitgliederversammlung traf man sich in der Waldschenke am Hirschpark in Heinzhof. In bayerischen Wildgehegen wird Rot-, Damm- und Sika-Wild gehalten. Die Tiere können hier wie in freier Wildbahn leben.

Fast 200 Gehege gibt es in Oberbayern, etwas weniger in Niederbayern und Schwaben, um die 100 in Mittelfranken und der Oberpfalz, etwa 50 in Unterfranken und das Schlusslicht bildet Oberfranken mir knapp 40. Der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft Alois Kienlein wies auf die Landesverbands-Hauptversammlung sowie die Bundesfachtagung im Frühjahr hin, außerdem auf Beiratssitzungen jeweils in Heinzhof, bei denen das letztjährige Vermarktungsergebnis, die Gewinn- und Verlust-Bilanz sowie ein Ausblick auf die Vermarktung bis 2016 diskutiert worden sei.

Großen Wert lege die Erzeugergemeinschaft auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Wildhalter-Landesverband, dem übergeordneten Bundesverband sowie zu Abnehmern und Verbandsmitgliedern.

Geschäftsführer Ernst Müller meinte, dass 2013 noch fast 600 Stück Damm- und Rotwild vermarktet werden konnten, im vergangenen Jahr aber nur 436 Stück oder 22 000 Kilo. 2015 seien bisher 264 Tiere gemeldet worden. Bestellungen für über 300 Stück Rotwild lägen vor. Die Erzeugergemeinschaft habe einen neuen Kühlanhänger angeschafft, den sich die Mitglieder kostenlos ausleihen können. Müller bedauerte einen Mitgliederschwund, der nicht gestoppt, aber verlangsamt werden konnte. Aktuell gehören der Erzeugergemeinschaft 144 Gehegewildhalter an.

Den Überschuss aus dem operativen Geschäft bezifferte Alois Kienlein mit gut 3500 Euro. Dennoch sei eine Erhöhung des Eigenkapitals in den nächsten drei Jahren dringend nötig - ideal wäre eine Verdreifachung. Max Weichenrieder, Vorsitzender des Landesverbands Bayerischer landwirtschaftlicher Wildhalter, berichtete, dass Schäden, verursacht von großen Beutegreifern in den neuen Bundesländern, immer mehr zunehmen. Auch die Gehegewildhalter in Bayern müssten damit rechnen.

Martin Biegerl, der Vorsitzende des Regionalverbands Oberpfalz, bedauerte einen Mitgliederschwund, weil einige Betreiber als Altersgründen die Wildtierhaltung aufgeben. Er würde es begrüßen, wenn diese Gehege von anderen Haltern übernommen werden, denn der Markt für Rotwild wachse. Selbst für Abwurfstangen gebe es Abnehmer. (Zitate)
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