Netzwechsel mit Tücken

"Dort hat man scheinbar vergessen, dass der Kunde König ist", ärgert sich Gerhard Köhler über seine Probleme mit der Telekom. Bild: Hartl

Mehr als sechs Wochen war Gerhard Köhler ohne Telefon und Internet. Der Auslöser: sein geplanter Wechsel von Telekom zu "1&1".

Weiden/Etzenricht. (ps) Tatsächlich erfolgt ist der Wechsel auch jetzt noch nicht. Doch er wurde dem Maschinenbauingenieur aus Etzenricht mittlerweile von beiden Unternehmen für den 23. November zugesichert. Seit Montag, 26. Oktober, 13.30 Uhr, kann er wieder surfen und telefonieren, erklärt der 77-Jährige gegenüber dem "Neuen Tag". Die Telekom schildert die Sachlage etwas anders. Nach deren Angaben wäre das Ehepaar Köhler bereits seit 7. Oktober wieder am Netz. Gerhard Köhler widerspricht vehement.

Seine Schilderung: Um Geld zu sparen habe er den Wechsel von Telekom zu "1&1" in die Wege geleitet und dafür als Wunschtermin den 11. September genannt. Doch als er mit seiner Frau Rosemarie aus dem Urlaub zurückkehrte, waren die Leitungen tot. "Dabei hatte mir der Leiter des Kundenservice der Telekom etwas ganz anderes versprochen", ärgert sich der 77-Jährige. "Der hatte mir schriftlich zugesichert: Liegt der tatsächliche Umschaltzeitpunkt zu Ihrem neuen Anbieter zeitlich nach unserem Kündigungstermin, behalten wir den Anschluss bis dahin in unserem Netz." Doch die Realität sah anders aus.

"Keiner ist zuständig"

Gerhard Köhler dachte zunächst an eine Störung und informierte die Telekom. Doch nichts tat sich. Er setzte in der Folgezeit alle Hebel in Bewegung, um Internet- und Festnetzanschluss wieder zu erhalten. Kein einfaches Unterfangen, stellte er fest. "Bei der Servicenummer der Telekom dauert es ewig, bis man dran ist, und dann kommt man nicht weiter, weil keiner zuständig ist." Alle Telefonate mit Telekom und "1&1" führte er mit dem von seinem Sohn geliehenen Handy. Das kostet. Nicht nur Nerven. "Einen Tag ging das Internet kurz mal wieder. Dann war es wieder weg", erzählt Köhler. Die Rechnung für September allerdings kam. Er verweigerte die Zahlung. Er schrieb Briefe an den Telekom-Vorstand und telefonierte immer wieder mit dem technischen Service. "Dort hieß es erst, meine Leitung sei gestört." Dann forderte die Telekom ihren Router zurück. Gerhard Köhler kam der Aufforderung nach. Auf Anregung der Telekom kaufte er letzte Woche ein neues Gerät. Nichts ging. "Dann hat mir ein Techniker gesagt, meine Leitung werde erst zum 23. November freigeschaltet."

Eine Darstellung, der Pressesprecher Niels Hafenrichter widerspricht. "Der Anschluss ist bereits seit 7. Oktober wieder voll funktionsfähig." Das sei reines Entgegenkommen. Denn dazu verpflichtet sei die Telekom nicht. Herr Köhler habe jedoch den Router nicht angeschlossen. Den Kaufpreis für dieses Gerät erhalte er - wie besprochen - zurück, wenn der Wechsel zu "1&1" erfolgt sei.

Dass sein Router nicht anzuschließen war, kann laut Gerhard Köhler sein Nachbar bezeugen. Der habe ihm am Montag bestätigt, dass er alles richtig gemacht habe, die Leitung aber offenbar nicht durchgeschaltet sei. "Dann habe ich erneut mit dem technischen Service telefoniert, bin mit dem Techniker nochmal alles durchgegangen." Gegen 13.30 Uhr habe die Leitung endlich funktioniert. Jetzt hofft Gerhard Köhler, dass am 23. November alles glatt geht. "Der Wechsel hat mich schon genug Nerven gekostet."
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.