Neue Behandlungsmethoden gelten als "Blockbuster"
Fortschritt hilft Leukämiekranken

Der Spezialist auf dem Gebiet der Chronischen lymphatischen Leukämie, Dr. Alexander Burchardt vom Universitätsklinikum Gießen-Marburg (links), bezeichnet die neuen Medikamente gegen Leukämie als zukünftige "Blockbuster". Eingeladen hatten Dr. Wolfgang Rechl vom Ärztlichen Kreisverband (Zweiter von links), Dr. Thomas Schichtl (daneben) und Robert Funk (rechts) vom Medizinischen Versorgungszentrum Onkologie des Klinikums Weiden sowie Chefarzt Professor Dr. Frank Kullmann (Zweiter von rechts). Bild: sbü
(sbü) Die Chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die am häufigsten auftretende Leukämieform. Dabei kommt es zu einer krankhaften Vermehrung sogenannter Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. Sie haben die Aufgabe, Fremdstoffe im Körper, zum Beispiel Bakterien und Viren, zu bekämpfen. Weil in jüngster Zeit für diese Krankheit zahlreiche neue Therapien entwickelt wurden, widmete das Weidener Klinikum diesem Thema eine ganze Fortbildungsveranstaltung

Auch wenn CLL die häufigste Leukämieform ist, bleibt das Erkrankungsrisiko gering. Gerade einmal 4,5 bis 6 Erkrankungen kommen auf 100 000 Einwohner. Und fast nur ältere Menschen über 60 Jahre sind betroffen, Männer dreimal so oft wie Frauen. Die Statistik stellte Dr. Alexander Burchardt, Oberarzt am Universitätsklinikum Gießen-Marburg, an den beginn seines Vortrags. Er wurde als "absoluter Spezialist" auf dem Gebiet der CLL vorgestellt. Zentrale Frage seines Vortrags in der Cafeteria des Klinikums war: "Ist eine Chemotherapie-freie Behandlung der CLL möglich?"

Enge Zusammenarbeit

Eingeladen hatten im Rahmen der 10. Weidener hämatologisch-onkologischen Gespräche die medizinische Klinik I am Klinikum Weiden, das dortige Versorgungszentrum Onkologie und der ärztliche Kreisverband Weiden. Der Vortrag wandte sich an Klinikärzte und an niedergelassene Ärzte, weil CLL eine Krankheit sei, bei der Hausärzte, Allgemeininternisten sowie Klinikhämatologen und Onkologen eng zusammenarbeiten müssten.

Laut Dr. Burchard kann sich der Krankheitsverlauf oft über viele Jahre hinziehen. Erst wenn Beschwerden auftreten wie "Nachtschweiß, der Wäschewechsel erfordert", müssten verstärkt Behandlungskonzepte eingesetzt werden. Derzeit würden gegen CLL zahlreiche neue Behandlungsmethoden und Substanzen entwickelt, die der Experte mehrfach als "zukünftige Blockbuster" beschrieb. Eine lange Reihe von Namen dieser neuen Substanzen konnten sich die versammelten Mediziner notieren. Einige seien sogar schon zugelassen. Heutiger Standard sei allerdings noch immer die Kombination von Chemotherapie und anderen Substanzen. Zukünftig könnten neue Substanzen die Chemotherapie entweder ganz oder weitgehend ablösen. Dabei müssten jedoch Nebenwirkungen beachtet werden. Hierbei schilderte Dr. Burchardt das Beispiel eines Patienten, "der wahrscheinlich an den Nebenwirkungen dieser neuen Substanzen verstorben ist".

Die Zukunft der Behandlung von CLL sieht der Experte in drei Stufen: "Ein bis zwei Monate kurz und wenig Chemo, dann 6 bis 12 Monate neue Substanzen in Tabletten- oder Antikörperform, dann ein Jahr Erhaltungstherapie."

Mit dem Satz "das Feld wird unübersichtlicher, aber spannender" schloss Dr. Burchardt seinen Vortrag.
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