Neue Erfahrungen einpflanzen

Die Erziehungsbeistände Christa Engel, Falk Ponsold und Ulrike Weber (links hinten) sowie Helfer pflanzen mit Jugendlichen bei ihrem Gartenprojekt nicht nur an, sie verzieren auch den Gerätecontainer. Bild: Götz

Zurück zu den Wurzeln: 20 junge Leute greifen zu Spaten und Rechen. Über die Gartenarbeit sollen sie zur eigenen Identität finden.

Es ist halt dann doch mehr als nur säen und ernten: Gartenarbeit kann junge Menschen für gesunde Ernährung sensibilisieren, sie dazu bringen, sich langfristig mit einem Projekt zu befassen, sich mit Neuem zu beschäftigen und auch etwas über sich selbst zu lernen. Das sind die Hintergründe des Projekts "Zurück zu den Wurzeln - wie finde ich meine Identität?". Seit März werkeln dafür bis zu 20 junge Leute auf einem Grundstück in der Stockerhut.

Sie bereiteten ein Beet vor, bauten einen Pavillon aus Weidenruten, außerdem gestalteten sie einen Gerätecontainer des Gartens künstlerisch neu. Unterstützenswert, wie die "Aktion Mensch" befand. Die Sozial-Lotterie steuerte nun 5000 Euro für das Projekt bei.

Hinter dem Ganzen stehen Mitstreiter des interkulturellen Gartens, vom Magischen Projekt e. V. - und vom Roten Kreuz. Die jungen Teilnehmer stammen aus Familien, denen das Jugendamt Hilfe angeboten hat. Diese Unterstützung kommt von Erziehungsbeiständen des BRK, wie einer davon, Falk Ponsold, berichtet. Der Sozialpädagoge und seine Kollegen arbeiten einzeln mit den Jugendlichen, laden sie aber auch zu Gruppenprojekten wie diesem. Dabei geht es nur zum einen um die Gartenarbeit an sich, bei der die Teilnehmer zum Beispiel lernen, dass es "nicht nur abgepackte Sachen" zum Essen gibt, so Ponsold. Sie sollen auch erfahren, wie es ist, langfristig an einem Projekt zu arbeiten, wovon nicht zuletzt die Jugendlichen profitieren sollen, die ADHS haben.

Später werden die Jugendlichen auch noch angeln gehen oder Vogelscheuchen bauen und mit einem Imker arbeiten. Zum Abschluss des Gartenjahres, im Herbst, ist ein Fest geplant, bei dem sie dann das geerntete Gemüse zubereiten. Für viele bringt das alles erst einmal ungewohnte Erfahrungen, nicht jeder von ihnen ist mit Arbeiten im Grünen vertraut, erläutert Ponsold. Aber wie so oft bringt Ausprobieren rasch einen Sinneswandel. Auch hier. Bei den ersten Arbeiten zum Projekt, berichtet Ponsold, waren die Jugendlichen jedenfalls schon mal mit Elan dabei. "Viele haben gesagt: ,Das war toll.'"
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