Neue Förderklassen ab Herbst

Deutschunterricht der ganz anderen Art erlebten Albert-Schweitzer-Schüler bei den Literaturtagen 2014, als Autorin Alice Pantermüller zu Gast war (unser Bild). Wieder anders wird nun der Deutsch-Förderunterricht, den einige ihrer Mitschüler mit ausländischen Wurzeln ab dem neuen Schuljahr erhalten. Archivbild: Huber

Jetzt steht es fest: Drei Grund- und Mittelschulen in Weiden erhalten ab dem neuen Schuljahr Deutsch-Förderklassen. Das bedeutet, Kinder mit schlechten Deutsch-Kenntnissen - egal, ob von Asylbewerbern oder mit Migrationshintergrund - erhalten mindestens 14 Stunden pro Woche Förderunterricht.

Weiden. (ps) Angesiedelt werden diese Klassen nach Auskunft der neuen Leiterin des Schulamts, Christine Söllner, an Albert-Schweitzer-Schule, Pestalozzi- und Max-Reger-Mittelschule. "Übergangsklassen sind derzeit in unserem Bereich nicht geplant." Denn das hätte zur Folge, dass Kinder mit fehlenden oder mangelhaften Deutsch-Kenntnissen separat unterrichtet würden. So aber könnten die Jungen und Mädchen in Fächern wie Sport, Kunst, Heimat- und Sachkunde im regulären Klassenverband bleiben. Und das ist nach Ansicht von Sabine Söllner ein großer Vorteil. Ihre Erfahrung: "Die Integration findet in den gemischten Klassen statt."

Die Förderklassen sind auf zwölf Schüler beschränkt, aber nicht auf eine Jahrgangsstufe. Zweitklässler können also zusammen mit Viertklässlern unterrichtet werden oder Sechstklässler mit Siebtklässlern. "Das entscheidet der Schulleiter. Er legt fest, welche Kinder die Förderklasse besuchen. Welche Fächer unterrichtet werden, liegt wiederum an den Vorkenntnissen der Kinder." Auch diese Flexibilität ist nach Ansicht der Schulamtsleiterin ein großes Plus. Das Hauptaugenmerk gilt allerdings der deutschen Sprache.

Was den jahrgangsübergreifenden Unterricht betrifft, sieht Christine Söllner nur bei Erstklässlern ein gewisses Handicap. Zumindest so lange sie Lesen und Schreiben noch nicht gut beherrschen. Die in Kindergärten angebotenen Vorkurse Deutsch (nach Abstimmung mit dem Jugendamt) seien deshalb sehr hilfreich. Auch hier werden Kinder mit schlechten Deutsch-Kenntnissen von Lehrern unterrichtet. Maximal drei Stunden pro Woche. "66 Unterrichtsstunden stehen uns für den gesamten Bezirk zur Verfügung. Es ist gut, wenn die Kleinen so schon auf die Schule vorbereitet werden."

An den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Neustadt/WN haben Christine Söllner und ihr Kollege Johann Hilburger fürs neue Schuljahr keine Deutsch-Förderklassen vorgesehen. "Dort ist die Situation etwas entspannter. Die Kinder sind auf die Fläche verteilt." Bei nur ein bis zwei Schülern mit mangelhaften Deutsch-Kenntnissen in einer Klasse sei der Unterricht im Verband sinnvoller.

Kinder lernen sehr schnell

Dieser Ansicht sind - so das Ergebnis einer Befragung - auch die Schulleiter. "Die Kinder lernen unsere Sprache dann sehr schnell." Christine Söllner spricht aus Erfahrung. "Ich hatte mal vier Schüler aus Tschechien, Vietnam und Polen in einer Klasse. Die haben innerhalb eines halben Jahres Deutsch gelernt."
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