Neue Frauen braucht das Land

Gruppenbild mit "versprengten" Männern: Zum Weltfrauentag präsentierten die SPD-Damen ein buntes Programm aus kurzen Vorträgen, Sketchen und Musik. Mit dabei auch die russische Folkloregruppe "Kalinka", die eine Zugabe gewähren musste. Bild: Dobmeier

Es kann schon mal 100 Jahre dauern, bis eine Initiative Früchte trägt. Dann gibt's aber um so mehr Grund zum Feiern. Wie jetzt bei den SPD-Damen zum Weltfrauentag. Die Genossinnen erinnerten an die erste Forderung nach Mindestlohn.

Beim ersten Internationale Weltfrauentag, initiiert von der Sozialistin Clara Zetkin im März 1911 in Kopenhagen, wurde der Ruf nach Mindestlohn laut. 104 Jahre später ist er Realität in Deutschland. Daran erinnerte Sabine Zeidler bei der Feier der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in der Almhütte anlässlich des Weltfrauentages 2015. Ferner schilderte sie, wofür die Frauen auf die Straße gegangen waren: Gleichberechtigung, Wahlrecht, Mutterschutzgesetz und bessere Arbeitsbedingungen. Jetzt habe der Bundestag auch das Gesetz zur Frauenquote für Aufsichtsratsposten in DAX-notierten Unternehmen beschlossen.

Merkel als Pionierin

Wie Zeidler erklärte, seien Frauen längst in Männerdomänen eingedrungen - unter anderem bei der Bundeswehr 1975 mit möglicher Offizierslaufbahn im Sanitätsdienst. In der Politik sei dies beispielsweise 1993 der ersten Ministerpräsidentin, Heide Simonis in Schleswig-Holstein, und Angela Merkel als erster deutscher Bundeskanzlerin 2005 gelungen. Aber auch im 21. Jahrhundert würden Frauen zur Prostitution gezwungen, Männer täten ihnen sexualisierte Gewalt an.

Landtagsabgeordnete Annette Karl, die unter den Frauen einige "versprengte" Männer begrüßte, lobte das ansprechende Programm der Weidener AsF. Sie nannte den Weltfrauentag ein "sozialdemokratisches Kind". Die Einführung der Frauenquote sei ein kleiner Schritt nach vorne. OB Kurt Seggewiß erinnerte an Missstände in Saudi Arabien, wo die Mobilität der Frauen durch Führerscheinverbot eingeschränkt sei. In Indien stünden fünf Männer wegen der Vergewaltigung und Mord an einer Frau vor Gericht. Traurig fand es Seggewiß, dass es in Weiden ein Frauenhaus als Zufluchtsstätte vor Gewalt brauche.

Ein Mann mit Niveau

Wilhelm Moser und Lore Leitmeier brachten die Gäste zum Lachen: mit einer Verwechslungskomödie um ein Heirats- und ein Wettbüro sowie einem Sketch zu medizinischen und lateinischen Fachausdrücken. Als "Rosi" und "Jennifer" traten Sabine Zeidler und Petra Irlbacher auf. Sie stellten fest, dass es auch Männer mit Niveau gebe - zum Beispiel Kurt Seggewiß. Die türkische Folkloregruppe "Fire of Hearts" tanzte, das russische Ensemble "Kalinka" sang ukrainische und russische Lieder. Die männlichen Sänger widmeten den Frauen das Lied "Ein Stern, der deinen Namen trägt".
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