Neue Realschule auf Sportplatz?

Liegt die Zukunft der beiden Realschulen in neuen Gebäuden auf dem eigenen Sportplatz? Immerhin scheint diese Variante die wirtschaftlichste zu sein, zumal Turn- und Schwimmhalle am alten Platz saniert würden. Das dann freie, bisherige Schulgebäude-Areal könnte für Wohnbauzwecke verkauft werden. Luftbild: Ascherl

Je detaillierter die Untersuchung, desto höher die Kosten. Und die für die Gesamtsanierung der Realschulen liegen jetzt bei 48 Millionen Euro. 2012 nannte die Schätzung 45,4 Millionen Euro. Verständlich, dass bei diesen Summen ein Neubau immer stärker in den Fokus rückt. Zumal es auch hier verschiedene Alternativen gibt.

Im Februar 2013 begnügte sich der Bau- und Planungsausschuss angesichts der immensen Kosten noch mit einer "Kleinstsanierung". 1,3 Millionen Euro sollten für das Allernötigste reichen, und damit das Thema für fünf Jahre vom Tisch sein. Am Donnerstag stellt Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm den Stadträten den Gesamtkostenvergleich von Bestandssanierung und Neubau-Alternativen vor. Allerdings sollen die Stadträte den Zwischenbericht nur zur Kenntnis nehmen und Matthias Reichle von der "rheform ImmobilienManagement" GmbH mit weiteren Untersuchungen für den Schlussbericht beauftragen.

Neubau Favorit

Wegen der für eine Generalsanierung geltenden Förderbedingungen wurden die Neubaukosten ermittelt. Zuschüsse heben nämlich auf den Vergleich des erforderlichen Investitionsaufwandes für eine Bestandssanierung mit einem alternativen Neubau ab. Das Baudezernat beschäftigte sich deshalb mit der Standortfrage. Als Alternativen untersuchte es Neubauten am alten Standort, in der "Bahnstadt" auf dem Areal des einstigen Bahn-Betriebswerks, auf dem Realschul-Sportplatz sowie auf dem SV-Sportplatz in der Stockerhut.

Die Grobkostenschätzung für eine Generalsanierung schließt mit 48 Millionen Euro ab. Ein Neubau von Schulen und Sportstätten anstelle des Bestandes (Alternative 2) verursacht Kosten von 46,5 Millionen Euro. Die Schätzungen für Neubauten an anderen Standorten liegen zwischen 39,5 und 43,3 Millionen Euro (Bahnstadt, Stockerhut sowie als Favorit der Neubau der Schulen auf dem jetzigen Sportplatz, Sanierung von Turn-/ Schwimmhalle und Neuanlage des Sportplatzes auf dem nahe gelegenen DJK-Gelände).

Generell ist ein Neubau allein der Schulen um 10 Millionen Euro günstiger als eine Bestandssanierung, insbesondere, wenn durch die Wahl neuer Standorte keine Interimskosten anfallen. Hingegen ist die Sanierung von Turn- und Schwimmhalle je nach Standort bis zu vier Millionen Euro günstiger als ein Neubau.

Günstige Wahl

Aufwendungen für Grunderwerb und Baulandfreimachung sowie Baulanderlöse (das Areal der Realschulen könnte als hochwertiges Wohnquartier vermarktet werden) beeinflussen die Gesamtkosten/Nutzen-Relation stärker als die Unterschiede zwischen Sanierung und Neubau, so die neue Erkenntnis. "Unter Einrechnung dieser Faktoren reicht die Kostenspanne von 29,9 bis 44,4 Millionen Euro." Die Höhe der anzusetzenden Fördermittel sei, egal ob bei einer 40- oder 70-prozentigen Quote, für alle Alternativen etwa gleich hoch. Dies liege daran, dass sich die Förderhöhe an den anrechenbaren Kosten, vergleichbar den günstigeren Neubaukosten, orientiert.

Starken Einfluss auf die Finanzierung hätte eine erfolgreiche Bewerbung der Stadt um das Bundesprogramm zur Förderung von Sportstätten (Schwimm- und Dreifach-Turnhalle), wie sie der Stadtrat am 16. November beschloss, betont der Bau- und Planungsdezernent. "In diesem Fall ist dem Neubau der Schulen auf dem Realschul-Sportplatz und der Sanierung der Sportstätten die höchste Wirtschaftlichkeit zuzusprechen." Da ein Neubau günstiger als die Sanierung ist, kann Weiden mit Fördergeldern rechnen. Die Stadt hat offenbar ein erneutes Öffentlich-Privates Projekt (ÖPP) - wie beim Neubau von FOS/BOS - im Blick.
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