Neuer Blick aufs Alter

Diese Ausstellung sieht ganz schön alt aus - und das soll sie auch: Die Volkshochschule zeigt Fotos, die das Thema Alter aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Der Sportwagen ist knallig gelb - natürlich soll er alle Blicke auf sich ziehen. Und das tut er auch. Neugierig äugt die Frau in das Innere des Flitzers. Was die Szenerie, die hier auf einem Foto festgehalten ist, so besonders macht: Die Frau gehört nicht gerade zum Klischee der weiblichen Klientel für solche Flitzer. Grauhaarig ist sie. Und die Seniorin klammert sich, direkt neben dem Sportwagen, an ihren eigenen Vierräder: einen Rollator.

Dieses Foto ist eines von 39 Bildern der Ausstellung "Was heißt schon alt?". Die Bilder versuchen, Antworten auf Fragen wie diese zu geben. Darauf, was alt sein heute bedeutet.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitag an einem altbekannten Ort, der nun eine neue Nutzung hat: Die Vernissage war die erste öffentliche Veranstaltung der Volkshochschule (VHS) nach dem Umzug in die früheren Räume der FOS/BOS. Nicht ganz unpassend, dass die VHS nun auch räumlich näher an das Maria-Seltmann-Haus herangerückt ist. In seiner Eröffnungsansprache erklärt OB Kurt Seggewiß denn auch, dass beide Einrichtungen künftig voneinander profitieren könnten. "Das ist für alle Generationen ein Mehr an Angebot."

Mit einem Mehr an Lebensjahren beschäftigte sich der Festvortrag zur Vernissage. Dr. Manfred Hausel, Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees und selbst 69 Jahre alt, breitet darin verschiedene Blickwinkel auf das Altern aus. Unter anderem den des Mediziners. Es gebe mittlerweile ernsthafte Versuche, das Altern zu stoppen. Die Frage sei nur, was damit gewonnen werde. "Wenn die Zeitlichkeit verschwindet, dann verlieren wir die Tiefe des Lebens. Wenn wir das Leben entgrenzen würden, dann wären auch die Gefühle weg." Dr. Hausel hat deshalb einen besseren Rat: "Die Schönheit des Alters wird sich nur dem offenbaren, der es als Teil seiner selbst anerkennt."

Die Schau, für die auch zwei Schüler der FOS/BOS mitarbeiten, eröffnen Stefan Frischholz und Leo Dietrich von der VHS. Die Musik dazu kommt von jungen Künstlern: von der Klezmer-Schulband "Carl-s-son" des Gymnasiums Neustadt/WN. Die Wanderausstellung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist noch bis Sonntag, 18. Januar, zu den üblichen Öffnungszeiten der VHS zu sehen.
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