Neuer Defibrillator auf dem Tennisplatz Neunkirchen
So geht das mit dem "Defi"

Beherzt zudrücken: Professor Robert Schwinger und Rettungssanitäter erläuterten das richtige Vorgehen bei einem Herzinfarkt. Erster Schritt: die Druckmassage des Herzens mit 100 Kompressionen pro Minute. Bild: R. Kreuzer

Als an einem Dezembertag 2014 auf dem Tennisplatz Neunkirchen ein Spieler zusammenbrach, konnte ein Patient mit Herzinfarkt gerettet werden. Entscheidend waren damals schnelle Erste Hilfe, ein schneller Rettungsdienst und die Kardiologen am Klinikum. Der Schreck saß indessen so tief, dass ein Laien-Defibrillator installiert wurde. Nur: Wie geht das?

Neunkirchen. (kzr) Zu verdanken ist das Gerät dem Einsatz des TG-Vorsitzenden Uwe Dressel zusammen mit Prof. Dr. Robert Schwinger, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum, die mit Spenden diese Lücke schlossen. Bei der Übergabe des Defibrillators schulte Schwinger mit einer Einsatzstaffel des Roten Kreuzes die Mitglieder im Umgang mit dem Gerät. Außerdem unterwiesen sie die Tennisspieler in richtiger Erster Hilfe.

Prof. Schwinger wies dabei eindringlich darauf hin, dass es drei Dinge zu beherzigen gibt: Zuerst sollte umgehend mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden, insbesondere mit der Herzdruckmassage (100 Brustkompressionen pro Minute!). Dann sollte über den Notruf 112 die Rettungsleitstelle alarmiert werden. Schließlich komme der Defibrillator zum Einsatz, der ohne Scheu oder Eigengefährdung angewandt werden kann. "Dabei kann nur das Nichtstun das Falsche sein", sagte Schwinger.

Im Stadtgebiet stehen bereits neun Laien-Defibrillator-Säulen für den Notfall zur Verfügung, beispielsweise im Max-Reger-Park. Besonders Männer jenseits des 50. Lebensjahres sind laut Schwinger gefährdet, bei sportlicher Aktivität einen Herzinfarkt zu erleiden. "Dabei kann jeder, auch ein kleiner Herzinfarkt, das tödliche Kammerflimmern auslösen, welches nur mit einem Defibrillator beendet werden kann." Der Kardiologe rät nichtsdestotrotz zum Sport: "Regelmäßiger Sport schützt die Gefäße und ist das am besten belegte Mittel, um Herzerkrankungen abwenden zu können."
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