Neues Buch über den Argentinier auf dem Stuhl Petri
Radikaler Nachfolger

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Papst Franziskus fasziniert nicht nur jene, die seit Jahren die Abläufe und Veränderungen im Vatikan beobachten. Denn der Argentinier provoziert mit seinen Worten und seinen Gesten - auch, weil vieles was er tut, dem althergebrachten Hofzeremoniell im Vatikanstaat entgegenläuft. Vor allem aber will der Argentinier eine politische "Kirche des Aufbuchs", die nah bei den Menschen ist und sich auch an die Ränder der Gesellschaft wagt.

In seinem Buch "Ein radikaler Papst. Die franziskanische Wende" spürt Jürgen Erbacher den geistigen Wurzeln des Jesuiten Jorge Mario Bergoglio nach. Der Autor analysiert dessen Weichenstellung im Vatikan und in der Weltkirche sowie dessen Personalentscheidungen. Es kann nicht überraschen, dass Erbacher auch die Frage stellt, ob Franziskus Marxist ist. Dieser Verdacht wird seit dessen Wahl zum Papst immer wieder von Ultra-Konservativen vorgebracht, obwohl Bergoglio nie ein Vertreter der Befreiungstheologie war. Gleichwohl trägt er seit Jahrzehnten seine sozialpolitische Kritik vor. Und er spricht auch als Oberhaupt der Katholischen Kirche davon, dass "diese Wirtschaft tötet". Erbacher, Redakteur in der ZDF-Redaktion "Kirche und Leben", ist Rom eng verbunden. Er kennt den Vatikan seit Jahren. Bevor er 2005 zum ZDF wechselte arbeitete der studierte Theologe und Politikwissenschaftler bei Radio Vatikan.

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Jürgen Erbacher: Ein radikaler Papst. Die franziskanische Wende, Patloch-Verlag 2014 288 Seiten, 19,99 Euro
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