Neues Personal statt Stellenabbau

MdB Uli Grötsch (links) hält die Informationen, die ihm von Arbeitsagenturchef Andreas Staible (rechts) übergeben wurden, für so wichtig, dass er Teile davon auf seiner Facebook-Seite veröffentlichen will. Bild sbü:

Die Zeiten des Personalabbaus sind in der Arbeitsverwaltung vorbei. Jetzt geht es um die Integration von Flüchtlingen. Dafür gibt es zusätzliche Planstellen und neue Zuständigkeiten. Keinesfalls sollen aber die vorhandenen Arbeitslosen dadurch zu kurz kommen.

(sbü) Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Dieser Grundsatz gilt derzeit in den Arbeitsagenturen und den Jobcentern. Auch in Weiden, wie Agenturchef Andreas Staible beim Besuch von MdB Uli Grötsch erklärte. Der Abgeordnete war genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Fast noch druckfrisch war das Gesamtkonzept zur beruflichen Integration der Flüchtlinge. "Alles ist zusätzlich. Kein vorhandener Arbeitsloser soll wegen unserer Arbeit für die Flüchtlinge irgendeinen Nachteil erleiden", betont Staible.

Beweis dafür seien die zusätzlichen Stellen. "Das sind keine befristeten Ermächtigungen wie in der Vergangenheit bei neuen Aufgabenstellungen, sondern dauerhafte Planstellen", freut sich Staible. Nach Jahren mit permanentem Stellenabbau muss somit jetzt nicht durch Umorganisation oder zusätzlicher Belastung des Personals auf die neue Herausforderung reagiert werden.

Arbeitsagentur und die Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth erhalten insgesamt 7,5 zusätzliche Planstellen, je 3 für Arbeitsagentur Weiden und Jobcenter Weiden-Neustadt und 1,5 für das Jobcenter Tirschenreuth. Für die Arbeitsmarktintegration "von Menschen mit Fluchtgeschichte" steht den Jobcentern und Arbeitsagenturen ab sofort ein sehr umfangreiches zusätzliches Maßnahmepaket zur Verfügung. Grundlage bilden das voraussichtlich in den nächsten Tagen verabschiedete Asylbewerberleistungsgesetz und das Sozialgesetzbuch II.

Die Liste der geplanten Maßnahmen, die Staible dem Abgeordneten präsentiert, ist sehr lang. Deshalb bemerkt dieser auch: "Ich sehe, wir sind gut aufgestellt." Systematisch Schritt für Schritt ("modulare Integrations- und Förderketten") wird das berufliche Integrationsziel angestrebt. Ganz am Anfang stehen die Alphabetisierungskurse. Sprachkurse sind auch schon in den Erstaufnahmeeinrichtungen vorgesehen. "Maßnahmen werden auch für Flüchtlinge geöffnet, über deren Verbleib noch nicht entschieden ist" sagt Staible.

Für minderjährige Flüchtlinge gibt es spezielle Berufsberatung und -orientierung oder Einstiegsqualifizierung, um Ausbildungsreife zu erlangen. Bei erwachsenen Flüchtlingen mit Bleiberechtsstatus steht im Maßnahmekatalog unter anderem Sprach- und Integrationskurs, Maßnahmen des Europäischen Sozialfonds oder des Bundesamtes für Migration sowie das gesamte Instrumentarium des Zweiten Sozialgesetzbuches. Wer erst eine Bleibeperspektive hat, erhält ebenfalls Einstiegskurse und Aktivierungsmaßnahmen. Alle Maßnahmen seien verzahnt mit den vielen Netzwerkpartnern in der Integrationsarbeit, ergänzt Staible. Vieles davon hat bereits begonnen.
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