Neues Verfahren an Klinikum: Laser-Technik hilft gegen Vergrößerung
Der Prostata Dampf machen

Vor einer Prostata-Operation mit der neuen Laser-Technik braucht sich kein Patient zu fürchten. Das erklären die Chefärzte der Urologie im Weidener Klinikum, Professor Dr. Theodor Klotz (von rechts) und Privatdozent Dr. Dr. Thomas Bschleipfer sowie OP-Bereichsleiter Markus Gallistl. Bild: sbü
(sbü) Die Sprache der Mediziner klingt manchmal recht hart. "Gutartige Prostatavergrößerungen wurden mit den herkömmlichen Verfahren reseziert, das heißt: weggehobelt." Die neue Lasertechnik dagegen "verdampft überschüssiges Gewebe". Übereinstimmend erklären so die beiden Chefärzte der Urologie am Klinikum in Weiden, Professor Dr. Theodor Klotz und Privatdozent Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, den jüngsten technischen Fortschritt in ihrem Haus: Seit zwei Wochen können sie jetzt mit einem neuen "GreenLight"-Laser operieren.

Gute Erfahrungen

Erste Erfahrungen liegen auch schon vor, wie die beiden in einem Pressegespräch berichten. Denn vier Operationen haben die Mediziner damit bereits bewältigt. Und beide Chefärzte sind von der neuen Anlage begeistert. Die Lasertechnik habe vor allem den Vorteil, dass Nachblutungen geringer ausfielen. Auch Patienten, die Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, könnten damit operiert werden. Weiterer Vorteil für Betroffene, aber auch für das Klinikum: Die Verweildauer des Patienten im Krankenhaus verkürze sich auf 4 bis 6 Tage. Auch bei hochbetagten Patienten sei das Risiko von Komplikationen geringer. Allerdings habe die neue Technik auch ihren Preis, denn eine einzige Lasersonde koste rund 1000 Euro. Beruhigend für Patienten: "Die Krankenkassen ersetzen dies", wie die Mediziner erläutern.

Das neue Verfahren kommt ausschließlich bei gutartigen Prostata-Vergrößerungen zur Anwendung. Über das Glied wird dem Erkrankten die Lasersonde eingeführt. Der Arzt sitzt vor dem Patienten, sieht am Bildschirm die Prostatadrüse und steuert so die Operation. "Energie wird in Hitze umgewandelt und lässt die oberflächlichen Gewebeschichten verdampfen", schildern die Mediziner. Als besonderer Vorteil der Lasertechnik gelte die geringe Eindringtiefe des Laserlichts von nur 1 bis 2 Millimeter.

Vorsorgen!

Laut Bschleipfer und Klotz sind Prostatabeschwerden ein Volksleiden. 80 Prozent aller Männer über 50 Jahren seien von einer gutartigen Prostatavergrößerung betroffen. Nur bei circa jedem Zehnten werde ein Karzinom diagnostiziert. Beschwerden seien im Normalfall vermehrter Harndrang, Strahlabschwächung und Strahlverzögerung. Betroffene sollten beim niedergelassenen Urologen die Diagnose abklären lassen. Zusätzlich raten die Ärzte dringend zur Vorsorgeuntersuchung.

"Nach der Operation verbessert sich der Harnstrahl um 100 Prozent, und es verbleibt wenig Restharn in der Blase", sagt Klotz. In allen Fällen sei eine Besserung der Beschwerden zu erwarten.
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