Neues Wasserwerk in der Pipeline

In unmittelbarer Nähe des bereits 1934 an der Alten Neustädter Straße errichteten Wasserwerks wollen die Stadtwerke ihren Neubau setzen. Rund viel Millionen Euro sind für das Projekt freigegeben. Bild: Steinbacher

Die Stadtwerke legen Geld auf die Seite. Sie sparen, um größere Aufgaben meistern zu können. Der Erweiterungsbau für die Verwaltung ist erst der Anfang. Schon 2016 startet mit dem Neubau des Wasserwerks das nächste Großprojekt.

Rund vier Millionen Euro benötigt das Kommunalunternehmen, um diese Aufgabe zu stemmen, bestätigt Vorstand Johann Riedl. In nichtöffentlicher Sitzung stellte nun der Verwaltungsrat die Weichen. Und damit deutet sich schon im Wirtschaftsplan 2015 an, wohin die Reise geht. Dort sind nicht rund 500 000 Euro als "Anfinanzierung" vorgesehen, sondern auch weitere 3,5 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigung eingestellt, die 2016 und 2017 kassenwirksam werden.

Tiefbrunnen entlasten

Unter den geprüften drei Alternativen zum weiteren Umbau und zur Sanierung des Wasserwerks habe sich der Neubau als am zweckmäßigsten erwiesen, betont Riedl. Die Rohwasser-Aufbereitungsanlage an der Alten Neustädter Straße stamme aus dem Jahr 1934. Sie sei zwar mehrmals um- und ausgebaut und an die technischen Erfordernisse angepasst worden. Eine optimale Bewirtschaftung der Tiefbrunnen lasse sich jedoch nur durch ein leistungsfähiges Wasserwerk sichern.

Auf den freien Wiesen westlich des bestehenden Gebäudes soll das neue Wasserwerk entstehen, auf riesigen unterirdischen Wasserbecken, in denen sich viele Millionen Liter Trinkwasser "puffern" lassen. Dies wiederum ist die Voraussetzung, um die Tiefbrunnen schonend zu betreiben. Derzeit sind die Pumpzeiten eingeschränkt, da nur in den Hochbehältern sowie vergleichsweise geringe Mengen von aufbereitetem Trinkwasser im Wasserwerk "zwischengelagert" werden können. Im Jahr 2017 soll das neue Wasserwerk in Betrieb gehen, das notwendig sei, damit die Wasserversogung der Stadt Weiden "möglichst lange selbstständig" bleiben könne.

Wasser wird weicher

Mit dem neuen Wasserwerk und der modernen Wasseraufbereitung ändere sich auch die Wasserqualität, deutet Johann Riedl an. "Die Waschmaschinen werden sich freuen. Das Wasser wird viel weicher." Allerdings könne sich anfangs auch der Biofilm in den Rohrleitungen verändern, was zu Materialablösungen führe. Obwohl Filter eingebaut würden, sei nicht auszuschließen, dass mit dem Wasser auch kleinste Kalk-Teile aus dem Hahn perlen.

Die Baustelle Wasserwerk wird erst in einem Jahr eingerichtet. Viel näher ist eine weitere Maßnahme, die ebenfalls für die Sicherheit der Wasserversorgung in Weiden "zwingend notwendig" ist. Riedl spricht dabei von der Erneuerung der sogenannten "Weidingleitung" zwischen Hundeplatz und Ostmarkkaserne. Dieser Teil der Trasse, die vom Wasserwerk zum Hochbehälter Fichtenbühl verläuft, sorgt seit langem mit Rohrbrüchen für Ärger. Ein solcher Bruch legte vor einigen Jahren die Wasserversorgung in der halben Stadt lahm.750 000 Euro werden hier fällig.

Die Stadtwerke wollen beim Betrieb von Wasserwerk und Tiefbrunnen "Eigenstrom" nutzen. Dazu planen sie auf dem Areal Moosöd den Bau einer großen Photovoltaik-Anlage, für die ein Bebauungsplan nötig ist. Einschließlich der Ausführungsplanung für die PV-Anlage sind 60 000 Euro vorgesehen.
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