Neuling zum Abschluss

Gruppenbild zum Jubiläums-Abschluss: Wolfgang Leo Bäumler (sitzend, von links), Markus Keßler, Getraud Mois, Uli Keltsch, Anna-Elisabeth Gleißner, Erna Schmutzer-Lösch, die von Günter Alois Stadler (dahinter) mit einer Christrose verabschiedet wurde. Auch die Stadträte Sabine Zeidler und Gerald Bolleininger, OB Kurt Seggewiß und Ex-Bürgermeisterin Elisabeth Kraus hatten die Mundartlesung begeistert verfolgt. Bild: hcz

Mit lustigen Reimen und nachdenklichen Betrachtungen beschlossen die Mitwirkenden des "Arbeitskreises Mundart" ihr Jubiläumsjahr im "Alten Schulhaus". Stadtpolitik, Geschehnisse bei Veranstaltungen und Eigenarten der Oberpfälzer bildeten Schwerpunkte der Beiträge.

Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler, Leiter und "Motor" des Arbeitskreises, erinnerte an die Gründung vor 25 Jahren durch seinen Vorgänger Rudolf Zenger. Den angekündigten "Zungaschloch" konnte Stadler noch nicht präsentieren. Das Heft gibt es erst am 8. Dezember um 18 Uhr in der Gaststätte "Schützenhaus" zu kaufen. Dafür stellte Stadler einen Neuen im Kreis der bewährten Mundartdichter vor. Markus Keßler hatte schon beim "Mundart-Forum" Anfang Oktober seine Qualitäten bewiesen. Nun hat der Windischeschenbacher einen festen Platz im Arbeitskreis. Keßler begeisterte die Zuhörer gleich mit gereimten Berichten über "gegangen wordene" Pfarrer im Dorf, über Anschauungen der Preußen über die Bayern und über Ratschereien am Gartenzaun. Gertraud Mois befasste sich mit landwirtschaftlichen Themen. Die Bäuerin aus Denkenreuth "bewunderte", was für gescheite Leut' es gibt. Diese wüssten Sachen, von denen eine gelernte Landwirtschaftsmeisterin und Bäuerin, die sich seit Jahrzehnten damit befasst, keine Ahnung hat.

Uli Keltsch sinnierte, wie schön es doch auf unserer Welt ist, über Aberglauben und das Sauna-Gehen. Besonders gut kam sein Bericht über ein Weidener Sonderangebot an. Um eine Aldi-Küchenmaschine hätten die Leute gekämpft "wie ein Mutterbär ums Junge", erzählte der Förster mit dem fränkischen Einschlag. Erna Schmutzer-Lösch verabschiedete sich mit lustigen Geschichten aus dem Mundart-Arbeitskreis. Die aus dem Egerland stammende Neustädterin hatte sich viele Jahre mit geschliffenen Versen über das Brauchtum, die Familie, die alte Heimat und Althergebrachtes in die Runde der Dichter eingebracht. Nun sagte die 80-Jährige aus familiären und gesundheitlichen Gründen: "Pfiat eich Gott mitnand." Stadler stellte fest, dass der "Egerländer Einschlag immer für eine besondere Note" gesorgt habe.

Dem Oberbürgermeister, dem "meistgeplagten Mann in unserer Runde", sprach Stadler sein Mitleid aus. In den Stadtratssitzungen seien dem einen die Infos zu wenig, dem anderen zu spät. Der Dritte wolle gleich die Kosten klären. Mit zünftiger Steirischen-Musik und dem "Königlich-Bayrischen Amtsgericht" untermalten Felix Ach und Andreas Hofmeister die Veranstaltung.
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