Nicht auf den Mund gefallen

Als "Gast-Dichter" begeisterten zum Jubiläum beim "Mundart-Forum" im "Schützenhaus" Markus Keßler (Vierter von links) aus Windischeschenbach und Julia Pannrucker (Fünfte von links) aus Waldsassen. Über ihre Auftritte freuten sich auch die anderen Beteiligten und die Ehrengäste. Bild: hcz

Zum Jubiläum überließen die Altgedienten anderen das Wort. Geschadet hat's der 25-Jahr-Feier des Arbeitskreises Mundart im AK Brauchtumspflege aber nicht. Denn auch die Gäste überzeugten.

Die "Profis", die bewährten Mundartdichter Wolfgang Leo Bäumler, Anna-Elisabeth Gleißner, Uli Keltsch, Gertraud Mois, Erna Schmutzer-Lösch und Günter Alois Stadler, hörten diesmal nur zu. Und wurden angenehm überrascht. Bei ihrem "Mundart-Forum mit Musik", mit dem das 25-jährige Bestehen der Gruppe gefeiert wurde, erwiesen sich die "Gastredner" als gleichwertige Könner.

Besonderer "Perso"

Im "Schützenhaus" erinnerte Stadtheimatpfleger Stadler an die Gründung des Arbeitskreises durch Rudi Zenger vor 25 Jahren. Stadler berichtete auch von den Mundart-Abenden im Kulturzentrum Hans Bauer und gelegentlichen "Gastspielen" in Wirtshäusern. "Mundart ist der Personalausweis der Region", habe Zenger einmal gesagt. Stolz solle man auf seine Sprache sein und sie pflegen und weitertragen.

Böhmisch, bayrisch, oberpfälzisch spielte Volksmusik-Altmeister Karl-Heinz Deisinger mit seiner Quetschn auf. Der erste, der dann in hiesiger Mundart etwas vortrug, war Stadtrat Alois Schinabeck. Er überbrachte "an schöina Grouß vom Seggewiß". Der Schirmherr des Jubiläums, OB Kurt Seggewiß, war wegen einer Fahrt nach Annaberg-Buchholz verhindert. Später kritisierte Schinabeck noch, dass es viel zu wenig Feiertage gebe. Früher seien Josefi, Peter und Paul sowie der Kirwamontag freie Tage gewesen. Jetzt werde nur noch betriebswirtschaftlich gerechnet. Aber es fehle "das Herz". Die Grüße der CSU überbrachte Stadtrat Alois Lukas und forderte auf, so zu reden, "wäi uns da Schnobl gwachsn is".

Zwei auswärtige Talente begeisterten mit ihren Darbietungen und erwiesen sich den "Profis" als durchaus ebenbürtig: Julia Pannrucker aus Waldsassen reimte, ganz in der Art der Denkenreuther Dichterbäuerin Gertraud Mois, Besinnliches und Nachdenkliches. "Di Tag wern kürzer und d'Nacht' wern länger", beschrieb sie das August-Gefühl. Markus Keßler aus Windischeschenbach berichtete in Versen von "Seltsamkeiten im Fitness-Studio" und von einem Zahnarztbesuch, so dass die Zuhörer herzlich lachen mussten.

Tränen gelacht

Horst Maschke, lange Jahre bewährtes und beliebtes Mitglied des Mundart-Arbeitskreises, begeisterte ebenfalls mit mehreren Gedichten, die dem Publikum die Tränen in die Augen trieben. Derb war sein Gedicht über "Krankenhaus-Gefahren". Er berichtete ebenso lustig, "wäis am Sunnta zougäiht beim Meier-Bauern", und aus dem "Alltag eines Rentners". Ex-Stadtrat Helmut Ruhland brachte unter anderem eine lustige Adventsgeschichte.

Und es geht weiter: Am Freitag, 20. November, wird mit Gedichten und Geschichten der Mundart-Dichter im Kulturzentrum Hans Bauer noch einmal das Jubiläum gefeiert. Dabei wird auch Heft Nummer 14 des "Zungaschloch", des Organs des Mundart-Arbeitskreises, vorgestellt.
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