Niederlage im Nordbayernderby

Der Weidener Ralph Egeter (links) steigt nach einer Flanke am höchsten, aber den Weg ins Hofer Tor fand dieser Kopfball nicht. Aus: SpVgg Bayern Hof - SpVgg SV Weiden 1:0. Bild: A. Schwarzmeier

Sieg, Unentschieden, Niederlage - für die SpVgg SV Weiden war im Lostopf des Nordbayernderbys alles möglich. Wieso die Schwarz-Blauen eine Niete zogen, hat unter anderem mit mangelnder Chancenverwertung zu tun.

(af) "Wir hätten genügend Möglichkeiten zur Führung gehabt", ärgerte sich Tomás Galásek nach dem Schlusspfiff und der nicht unverdienten 0:1 (0:0)-Niederlage bei der SpVgg Bayern Hof. "Aber wer die Chancen nicht verwertet, verliert so ein Spiel", lautete das bittere Fazit des SpVgg-SV-Trainers.

Der Ex-Profi spielte vor allem auf die 20 Minuten vor der Pause an, als seine Schützlinge klarste Einschussmöglichkeiten liegen ließen, was auch sein tschechischer Landsmann Miloslav Janovsky anerkannte: "Weiden war in der ersten Halbzeit stärker und auch in den letzten Minuten gefährlich. Ein Remis wäre fairer gewesen", analysierte der Hofer Coach das spielerisch nicht hochklassige, aber intensiv geführte Prestigeduell. Janovsky behielt mit seiner Prognose Recht: "Wer das erste Tor schießt, gewinnt dieses Derby."

Bereits in Zugzwang

Nach vier Spielen ohne Sieg ist die einst gute Ausgangslage der SpVgg SV dahin. Zwar sind die Nordoberpfälzer lediglich um einen Rang auf Platz zehn der Bayernliga-Tabelle abgerutscht, aber fünf Punkte aus eben so vielen Spielen sind nicht die Ansprüche, welche die Wasserwerkler an sich selbst stellen. Vor der Heimpartie am kommenden Samstag gegen SV Alemannia Haibach stehen die Weidener mehr denn je unter Zugzwang.

Die Hofer, die mit dem vierten Dreier in Folge auf Tabellenplatz drei vorrückten, waren vom Anstoß weg die agilere, weil giftigere Mannschaft. Nach Balleroberungen spielten die Gelb-Schwarzen schnell die Bälle in die Spitze. Über zwei, drei Ansätze für eine echte Chance kamen die Hausherren aber nicht hinaus. Nach 20 Minuten erlahmte der Hofer Schwung, die Gäste fanden nun besser in die Partie. Neuzugang Matthias Heckenberger, der erstmals von Beginn an auflief, zog zunehmend die Fäden im Spielaufbau.

Binnen weniger Minuten hätte die SpVgg SV unbedingt den Führungstreffer markieren müssen. In der 32. Minute scheiterte zunächst Josef Rodler an alter Wirkungsstätte aus zehn Metern am starken Bayern-Torwart Andreas Schall, im Nachschuss fand Thomas Mallette aus kurzer Distanz seinen Meister im Hofer Keeper. Vier Minuten später tauchte Ralph Egeter vor dem Gehäuse der Heimelf auf. Aber der SpVgg-SV-Kapitän semmelte das Leder am Tor vorbei.

Sturm verwertet Abpraller

Nach der Pause bekämpften sich die Kontrahenten weiterhin auf Augenhöhe. Für Hof hätte Martin Holek per Kopf treffen können (49.), auf der Gegenseite parierte Schall einen Mallette-Schuss (52.). Nach gut einer Stunde die Vorentscheidung: Holek nahm bei einem Freistoß aus 20 Metern Maß und zwang Dominik Forster im Weidener Tor zu einer Glanzparade. Der abprallende Ball sprang zu Tomas Sturm, welcher aus sechs Metern das Spielgerät zum 1:0 ins Netz drosch (64.).

"Hof hat dieses Tor gebraucht, um gegen uns besser ins Spiel zu kommen", umschrieb Galásek die Initialzündung für die Gastgeber. In der Folge hätten die Gelb-Schwarzen die knappe Führung ausbauen können, aber Forster hielt seine Farben mehrmals im Spiel. Die größte Hofer Chance vergab der eingewechselte Thomas Stock, als er den Ball nach einer Hereingabe aus vier Metern über die Latte drosch (77.).

In der Schlussphase rafften sich die Weidener nochmals auf und entwickelten mächtig Druck. Möglichkeiten zum späten Ausgleich waren vorhanden, aber weder bei einem abgefälschten Schuss von Stefan Graf noch bei einem Kopfball von Andreas Wendl wollte das Leder über die Linie.
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