Niederlage kein Beinbruch

Der Regensburger Oliver Hein (links) kommt zu spät, SpVgg-SV-Verteidiger Johannes Scherm kann den Ball zu seinem Mitspieler passen. Bayernligist SpVgg SV Weiden verlor beim Debüt seines neuen Trainers Tomás Galásek mit 0:2 gegen Drittligaabsteiger SSV Jahn Regensburg. Bild: A. Schwarzmeier

Die Leistung ordentlich, das Ergebnis zweitrangig: Die SpVgg SV Weiden verlor zwar am Sonntag ihr erstes Testspiel mit 0:2 gegen den SSV Jahn Regensburg; der neue Trainer ärgerte sich jedoch nicht über Gebühr.

Nach dem Schlusspfiff hatte Tomás Galásek sogar viele lobende Worte übrig. Er habe "schöne Spielzüge" gesehen, äußerte sich der vom Fußball-Bayernligisten erst vor wenigen Tagen verpflichtete Ex-Profi anerkennend. Die Mannschaft, so Galásek, sei bereits "ganz weit". Er sei "zufrieden" mit der Leistung der Spieler.

Glücksfall für beide Seiten

Eine Einschätzung, die auch auf die Wahl seines neuen Arbeitgebers zutrifft. "Die SpVgg SV Weiden ist eine gute Adresse", verteilte Galásek artig Komplimente, als er nach Spielende bei einer Pressekonferenz den Fans präsentiert wurde. "Ich bin überzeugt, dass ich im richtigen Verein bin." Mit diesen Worten stieß er bei Kurt Haas auf Gegenliebe. Diese Zusammenarbeit sei "ein besonderer Glücksfall für beide Seiten", sagte der SpVgg-SV-Vorsitzende. Seine Verbundenheit zur SpVgg SV zeigte der Neu-Trainer auch in der Wahl des Outfits. Bei seinem Einstand hatte sich Galásek statt feinen Zwirn einen schwarz-blauen Trainingsanzug angezogen.

Vor allem in der ersten Halbzeit durfte sich der ehemalige tschechische Nationalspieler in seiner Entscheidung, am Wasserwerk seine erste Stelle als voll verantwortlicher Trainer anzutreten, bestätigt fühlen. Die Heimelf hatte die Partie gegen den Drittligaabsteiger über weite Strecken im Griff. Der Gast war zwar optisch leicht überlegen, die besseren Chancen besaßen jedoch die Nordoberpfälzer. Die beste Möglichkeit in Halbzeit eins hatte Ralf Egeter, als er kurz vor der Halbzeit aus 14 Metern über das Tor zielte. Für die Gäste, die im September vergangenen Jahres eine bittere 0:1-Pokalpleite am Wasserwerk kassiert hatten, verbuchte lediglich Neuzugang Daniel Schöpf mit einem Weitschuss eine gefährliche Aktion. Vom Ex-Weidener Sven Kopp war nur wenig zu sehen.

Nach der Pause änderte sich das Kräfteverhältnis. Jahn-Coach Christian Brand ("wir hatten das Spiel im Griff") nahm acht Wechsel, darunter gleich mehrere Testspieler, vor. Die Blutauffrischung tat dem Regensburger Spiel gut. Nun entwickelten die Domstädter mehr Druck, postwendend fiel auch das 0:1. Nach einer Ecke stieg Andreas Jünger am höchsten und köpfte den Ball ins Weidener Netz (49.). Kurz vorher hatte sich Torwart Maximilian Riedmüller (zuletzt Holstein Kiel) bei einem satten Schuss von Christoph Hegenbart für einen Vertragsabschluss beim SSV Jahn empfohlen.

Die SpVgg SV konnte sich danach im Spiel nach vorne nur noch sporadisch in Szene setzen. Was auch daran lag, dass die mannschaftliche Linie nach der Einwechslung von Talenten aus den A-Junioren in Teilen etwas verloren ging. Dennoch hätte der Ausgleich fallen können: Ralf Egeter, prächtig von Maximilian Geber freigespielt, zielte jedoch aus aussichtsreicher Position am Jahn-Tor vorbei (57.). Mit einem platzierten Schuss aus 17 Metern sorgte Mahir Hadziresic für das 0:2 (77.) - die Vorentscheidung.

Für Galásek war die Niederlage kein Beinbruch. Nach dem Schlusspfiff betonte er noch einmal seine Mission am Wasserwerk, die da heißt: Ohne Druck eine Mannschaft aufzubauen, in der sich auch eigene Talente beweisen können.
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