Noch fällt kein Baum in West IV

Noch laufen Voruntersuchungen für das geplante Gewerbegebiet Weiden West IV. Stadtkämmerin Cornelia Taubmann räumte bei der Bürgerversammlung ein, dass die Beschaffung der Ersatzflächen derzeit das "breiteste Thema" in der Lenkungsgruppe sei. In diesem Jahr fällt kein Baum. Auch nicht 2016.

Die Planer stehen vor einer großen Herausforderung: "Letzten Endes geht es um die Qualität des künftigen Gewerbegebiets. Es muss ein Baugebiet werden, das möglichst nachhaltig und ökologisch ist, aber alle wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen muss", betonte Taubmann, die als Projektleiterin die Fäden in der Hand hält. Unter optimalen Voraussetzungen ist erst Ende 2016 "mit Baurecht" zu rechnen.

Nach der Bürgerversammlung am Dienstag gab sie den Auftrag für weitere Vorab-Untersuchungen. Zum Beispiel an Verkehrsplaner Dr. Reinhold Baier. Er soll ermitteln, wie der steigende Linksabbiege-Verkehr störungsfrei von der B 470 auf die Autobahn geführt werden kann. Damit reagiert die Stadt auf die Befürchtungen der Grünen, die deren Fraktionschef Karl Bärnklau verdeutlichte.

Schleichverkehr verhindern

Nach den massiv vorgetragenen Klagen der Bürger wird eine neue Variante für die Verkehrserschließung des kleinen Gewerbegebietes südlich der Standortschießanlage an der Pressather Straße untersucht. Die fünf Parzellen könnten von der Pressather Straße abgehängt werden. Die Zufahrt sichert ein Wendehammer, der an die große Erschließungsspange angebunden wird, die wiederum über die B 470 in die Dr.-Müller-Straße führt. Damit würde auch der "Schleichwegverkehr" nach Latsch unterbunden.

Die Ängste, dass der Brandweiher mit Wasser aus Weiden-West IV überflutet würde, konnte Dipl.-Ing. Reinhard Brodrecht den Bürgern schnell nehmen. Die Modellrechnungen ergaben, dass das Oberflächenwasser über Gräben nach Osten und Norden in ein großes natürliches Auffangbecken westlich der Standortschießanlage geleitet und von dort langsam an die Schweinenaab abgegeben werden können. Selbst bei Starkregen werden auch die Anlieger der Schweinenaab nicht zusätzlich belastet.

Reinhard Brodrecht von der Gesellschaft beratender Ingenieure (GBI) aus Herzogenaurach stellte auch die Ergebnisse der jüngsten Verkehrszählung vor: Auf der B 470 rollen derzeit täglich 20 000, durch Latsch 1200, durch die Pressather Straße 2500, durch die Dr.-Müller-Straße 7100 und durch Neunkirchen bis zu 3400 Fahrzeuge.

OB Kurt Seggewiß stellte für den Pressather Wald mehr Tempo-30-Zonen in Aussicht. Noch ist nicht klar, ob und welche Lärmschutzmaßnahmen nötig sind und wer sie bezahlt. "Wir sind noch bei den Voruntersuchungen", sagte dazu Stadtkämmerin Taubmann,
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