Noch mehr Fälle

Alles mag erfunden sein. Tatsache bleibt, dass viel Geld weg ist. Fast zehn Millionen Euro Schadenssumme, großteils aus der Oberpfalz, umfasst die Anklage von Staatsanwalt Hans-Jürgen Schnappauf. Nach den bisherigen Vernehmungen wurde deutlich, dass noch viel mehr Geld auf dubiose Konten in aller Welt floss. Einige Geschädigte wussten von Bekannten, die auch ihr Geld bei Wolfgang S. angelegt hatten. Oder sie räumten ein, dass es noch ein paar Tausender mehr waren.

Dazu kommen "Altfälle", die ebenfalls nicht Teil der Anklage sind, aber das Bild abrunden. Wie der Fall der Zeugin (68) vom Mittwoch. Die Österreicherin, jetzt Baden-Baden, hatte sich selbst bei Gericht gemeldet, um zu berichten, wie sie 30 000 Euro verlor. Im Juli 2007 war sie mit ihrem Partner (Volkswirt) nach Mallorca geflogen und überreichte das Geld in bar an Wolfgang S. Er versprach 10 Prozent Zinsen pro Monat. Monatlich 3000 Euro. "Eine Cash-Cow", staunte Vorsitzender Richter Walter Leupold einmal mehr: "Hat Sie die hohe Rendite nicht verwundert?" Als kein Geld floss, zog die Dame in Palma vor Gericht und erwirkte einen Titel: "Aber man konnte nichts pfänden. Er hatte nichts." (ca)
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