Notruf 112 macht Sorgen

Die Qualität im Rettungswesen steigt. Die in der Feuerwehralarmierung auch. Das alles kostet mehr Geld. Geld, das es braucht. Das beschloss die Verbandsversammlung des Zweckverbandes einstimmig.

(sbü) Manchmal geht es um Sekunden, die entscheidend sind für das Überleben eines Patienten oder für die Rettung aus einem brennenden Haus. Deswegen muss alles technisch Machbare unternommen werden, um diese Sekunden nicht unnütz verstreichen zu lassen. Weil alle Verbandsräte in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz (ZRF) sich dieser Verantwortung bewusst waren, haben sie allen Vorschlägen zur Verbesserung von Technik und Verfahren einstimmig zugestimmt.

Alfred Rast, Geschäftsleiter des ZRF, erläuterte im Weidener Rathaus Details zum Digitalfunk, für dessen weitere Umsetzung mehrere Beschlüsse gefasst werden mussten. Ab November 2015 soll im Rettungsdienst, dann im ersten Quartal 2016 für die Feuerwehr der Echtbetrieb beginnen. Vorher sollen Probebetrieb und auch Schulungs- und Infoveranstaltungen stattfinden. Rast erklärte auch, dass für die endgültige Einführung der Digitalisierung die TTB (Taktisch-Technische-Betriebsstelle mit Aufgaben überwiegend zur Unterstützung der Endnutzer) installiert sein müsse. Die TTB-Aufgaben würden für die Landkreise vollständig, für die Stadt Weiden teils vom Zweckverband übernommen. Die Einführung des Digitalfunks kostet bei einem kommunalen Eigenanteil von rund 15 Prozent knapp 70 000 Euro.

Erneut war der Notruf 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst Thema. Nach einer Statistik der ILS in der Nordoberpfalz wählen nur 66,3 Prozent der Anrufer diese Nummer. Die Kosten der Weiterschaltung summieren sich auf jährlich über 17 000 Euro. Künftig tragen sie die Krankenkassen nicht mehr. Das bayerische Innenministerium empfahl deshalb, für die "alte Notrufnummer 19 222" die Vorwahlfreiheit aus dem Festnetz abzuschalten. Einstimmig folgte die Versammlung diesem Vorschlag. Außerdem wurden die Verbandsräte informiert, dass "für den Sonderbedarf bei Großschadenslagen" nun 14 Rettungswagen des BRK zur Verfügung stehen, für Schulungszwecke werde ein "Simulations-Rettungswagen" eingerichtet.

ILS-Leiter Herbert Putzer bat die Öffentlichkeit unter Hinweis auf System und Abläufe in der Leitstelle: "Bevor Sie vorschnell Vorwürfe gegen die Leitstelle erheben, halten Sie Rücksprache mit uns." Landrat Andreas Meier und Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch erklärten dazu: "Wir stellen uns vor euch, denn wir wissen was wir an euch haben."
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