Notwendiger denn je

Nicht nur sonntags, sondern immer und überhaupt sollte Weiden "FairTradeTown" sein. Das wünschte sich Dr. Bernhard Bleyer, der den Festvorträg bei der Jubiläumsfeier der KAB hielt. Der Titel würde der Max-Reger-Stadt Imagegewinn bescheren. Bild: zpe

Zurück zu den Wurzeln. Das 120. Jubiläum beging der KAB-Kreisverband dort, wo Dr. Josef Stahl das Werkvolk als Selbsthilfebewegung einst aus der Taufe gehoben hatte: in St. Josef.

Den Festgottesdienst zelebrierte Kreispräses Armin Spießl zusammen mit Stadtpfarrer Markus Schmid. Spießl ging dabei auf die immer unbarmherzigere Beschleunigung in der Gesellschaft ein. Als Gründe nannte er die technische Beschleunigung, den sozialen Wandel und ein immer größeres Lebenstempo. Papst Franziskus rufe dazu auf, unser eigenes wirtschaftliches Handeln grundlegend zu verändern. Aber mit persönlichen Verhaltensänderungen allein sei es nicht getan. Sie müssten Teil eines Systemwechsels sein, für die sich alle "als Frauen und Männer der KAB" stark machen müssten.

"Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit ist unser Ausgangspunkt der arbeitende Mensch", sagte der Pfarrer. "Uns geht es um eine gute Wirtschaft, die dem Menschen dient und die himmelschreiende Armut beseitigt." Spießl zitierte Mahatma Gandhi: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

In der Festversammlung, zu der Kreisvorsitzender Hermann Stadler MdL Annette Karl und als OB-Vertreter Hans-Jürgen Gmeiner begrüßte, zeichnete Richard Wittmann den Werdegang des Werkvolkes von 1894/95 bis 2014 nach. Und er stellte fest: "Die KAB ist notwendiger denn je."

Leitlinien im Management

Dr. Bernhard Bleyer vom Institut für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft an der OTH Amberg-Weiden beleuchtete im Festvortrag die "Standards guter Unternehmensführung - Was kirchliche Verbände tun können". Er schlug einen Bogen von der Kinderarbeit in Indien über die Siegel verschiedener Organisationen bis hin zu den Möglichkeiten von Unternehmen und Verbrauchern.

Dazu gehöre der Global Compact (GC) der United Nations ebenso wie das als Rahmenwerk von Nichtregierungsorganisationen (NGO) verfasste "Social Accountability" 8000 und die ISO 26000, die erst in den letzten Jahren entwickelt worden sei. Der Schwerpunkt richte sich auf das "WerteManagementSystem ZfW" als ganzheitlichen Managementansatz.

Der Begriff der Nachhaltigkeit, der beim Umweltschutz bereits etabliert ist, sollte auch in allen Facetten des Wirtschaftens Eingang finden, forderte der Redner. Kernthemen der verschiedenen Papiere seien die Menschenrechte, die Arbeitsnormen, der Umweltschutz, die Korruptionsbekämpfung und die Offenlegung von Informationen. Dr. Bleyer schlug vor, Weiden zu einer "FairTradeTown" zu machen. Dies koste kein Geld, würde aber einen großen Imagegewinn bescheren. Der KAB-Chor gestaltete die Feier musikalisch.
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