Nur 37 der 60 Offizier-Stellen belegt - Unterkünfte im Probebetrieb - SPD beim ...
Weidener Artilleristen fehlt Personal

Während die SPD-Vertreter das Objektiv der Kamera anvisieren, kann die Panzerhaubitze auf 30 Kilometer Entfernung auf ein bestimmtes Stockwerk eines Gebäudes zielen. Bild: Kunz
Die Prognosen der Kommunalpolitik haben sich nicht ganz erfüllt. Es haben sich weit weniger Soldaten entschieden, ihren Wohnsitz nach Weiden zu verlegen als gedacht. Die meisten pendeln zwischen Thüringen und der Oberpfalz. "Viele unserer Zeitsoldaten haben sich auf vier Jahre verpflichtet", erklärte Kasernen-Kommandant Major Eric Schröter. Da lohnt es kaum, umzuziehen.

Er selber habe sich eine Wohnung in Weiden genommen, erzählte Schröter einer Delegation der SPD-Lerchenfeld unter Vorsitz von Ralf Moser. Derzeit sollte das Artilleriebataillon 131 in Weiden 757 Soldatinnen und Soldaten zählen. In Wirklichkeit seien aber nur 568 hier. "Der Rest fehlt." Einer der möglichen Gründe: Die Standortverlegung nach Weiden. Viele Soldaten kämen aus Thüringen. Die hätten allein schon wegen der Heimatnähe angeheuert. Inzwischen ließen sie sich wohl wegen der großen Entfernung nur mehr schwerlich rekrutieren.

Jeder zweite Offizier fehlt

Gut bestückt sei der Mannschaftsanteil. Von den 60 Offiziersplanstellen seien nur 37 besetzt. Der Verband in Weiden sei hochtechnisiert, sagte der Kommandant. "Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen." Die Ausstattung und Gefechtsführung von heute habe mit der aus der Zeit des Kalten Krieges nichts mehr gemein. "So wie damals findet das heute nicht mehr statt."

Major Schröter betonte die immer enger werdende Zusammenarbeit der Infanterie mit Marine und Luftwaffe. Eingehend erläuterte er den Genossen den Aufbau und Betrieb des Gefechtsstandes. Dabei ging er auch auf die Einflüsse des Wetters auf die Flugbahnen von Geschossen ein. Thematisiert wurden auch die Aufklärungsarbeiten eingesetzter Drohnen. "Unser System ist sehr erfolgreich, wurde auch im Irak eingesetzt. Man sucht sich intelligente Munition."

Gut angenommen würden die Sportanlagen auf dem Kasernengelände. Der Exerzierplatz werde aktuell als Parkplatz missbraucht, dringend brauche es die Panzerwaschanlage. "Wir können den Bürgern nicht zumuten, mit verdreckten Ketten die Straßen zu verunreinigen."

Die Liegenschaft Kaserne sei noch nicht vollständig renoviert. Bisher sei erst ein einziges Gebäude fertiggestellt. Alle anderen Gebäude, auch die Unterkünfte der Soldaten, befänden sich in "Probebetrieb". Von außen gut erkennbar: Mangels Vorhängen behelfen sich Soldaten derzeit mit Uniformteilen, Deutschland- und Thüringenfahnen, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Die Verlegung aus Mühlhausen sei abgeschlossen. Der Umzug habe sich um einen Monat verzögert. Grund: Diverse Bauverzögerungen und der Kampf mit der Bürokratie. 200 Soldaten aus Weiden würden im Januar in den Kosovo abkommandiert.
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